Malpighiaceae.
1653
ranthen. Eichenrinde ist aufser der abweichenden äufsernBeschaffenheit auch durch den Gehalt an eisenbläuendemGerbstoff zu erkennen.
Martius beschreibt noch zwei Sorten sogenannter Alcor-noquerinden, nämlich :
1. Jamaikanische Alcornoquerinde. Wenig ge-bogene, aufsen unebene, bis 8 Zoll lange Rindenstücke vonschmutzig rothbrauner Farbe. Oefters bemerkt man starkeschwarze, glänzende Punkte und auf dem Seitenschnitteschwarze harzglänzende Streifen. Auf dem Bruche ist siegleich, fest, nicht faserig (Unterscheidungszeichen von derächten), ziemlich gerade; es werden schwach harzglänzende,beinahe schwarze Schuppen bemerkbar, mittelst der Lupezeigen sich nebst einzelnen schwarzen Punkten öfters auchleere Röhren. Die geruchlose Rinde läfst sich leicht kauenund schmeckt herb zusammenziehend, schwach bitterlich. Daskalte Infusum röthet Lackmus stark.
2. Falsche Alkornok rinde. Eine dem Cortex Cu-lilaban ähnliche, geruchlose, merklich bittre Rinde, die aufdem Bruche eben und glänzend ist. Der karte wässerigeAufgufs derselben ist blafs weingelb, der jamaikanischenSorte dunkelrothbraun, der ächten gesättigter weingelb #"),
Anwendung. Nach Aublet wird die Rinde der Byrsonima crassifolia inGujana gegen Wechseliieber angewendet. Unter dem Namen Chapara Wan-taca bedient man sich einee Aufgusses derselben gegen die Folgen des Bisses derKlapperschlange. Humboldt nennt die Byrsonima den fiebervertilgenden Baumvon Cayenne und sagt, man vermuthe in der Rinde nicht mit Unrecht das Da.seyn des Gerbestoffs, verbunden mit Quinin oder Ginchonin. Dieselbe Rinderühmte man in England als ein Hauptmitiel gegen Lungenschwindsucht"), undgerade zu diesem Zwecke wurde der Cortex Alcornoque auch in Deutschland ein-geführt nnd auch dies ist ein Grund anzunehmen, dafs Cortex Byrsonymae undCortex Alcornoque identisch seyen.
Geschichte. Die jetzt gebräuchliche Alcornoquerinde soll im Jahre 1804durch Don Joachim Jove aus Gujana nach Spanien eingeführt worden seyn. Im
*) Dafs diese falsche Alkornokrinde nichts anderes als China alba ist, wurdeschon oben (pag- 97 0 erinnert. Probestücke derselben verdanke ich derGüte des Herrn Martiny in Schlitz, welcher auch eine sehr ausführlicheBeschreibung davon lieferte (Annalen der Pharm. Bd. 25. pag. 67.), wo dieRinde ausdrücklich von Cinchona ovalifolia Mutis abgeleitet wird jin einer brieflichen Notiz bemerkt aber Herr Martiny, sie komme nichtsowohl von der genannten Art, als vielmehr von C. ovalifolia Hum-boldt (C. Humboldtiana Roemer et Schultcs), Von der Rinde dieserletzteren sagt Decandolle : Cortex obscure griseus intus helvolusamarus adstringens, Cascarilla peluda: von der Rinde der C.ovalifolia Mutis: Cortex fusco cinereus intus flavicans rai-nusamarus vulgo Quinquina blanc.") Edinb. new. philos. Journal June i83o pag. 169. Herr Lindley und Gui-bourt leiten die Alcornoque von der Bowdichia virgilioides ab , indem siesich ganz irrigerweise auf v. Humboldt berufen ; von der Rinde der Byrso-nima bemerkt aber ersterer wörtlich folgendes: It is also taid lo be ein-ployed successfully as a remedy for abtecsses in the lungs.