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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1618
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Papavcraceae.

fett, Harz, harziges braun gefärbtes Extract, elastischesHarz und Eiweifs oder Kleber.

Dr. Behr in Bernburg erhielt mehr und besseres Opiumaus dem blauen Mohn, die Mohnköpfe mit weifsem Saamenlieferten nur wenig und dünnen Milchsaft. Der ApothekerBiltz in Erfurt hat ferner die höchst interessante Erfahrunggemacht, dafs das in Thüringen aus blauem Mohn gefertigteOpium mehr Morphium, jenes aus weifsem Mohn mehr Nar-kotin enthielt, als der orientalische Mohnsaft; er bemerkte,dafs das einheimische Opium selbst bei vollkommener Reinheitin den Verhältnissen seiner Mischung nicht beständig bleibt.Die Zeit des Einsammelns, einen Tag früher oder später,mache schon einen Unterschied, indem die Verwandlung derSäfte während des Wachsthums und Reifens der Kapselnunaufhaltsam fortgehe, so zwar, dafs nach dem Reifen allesNarkotin und Morphium verschwinde, womit jedoch ander-weitige Versuche nicht übereinstimmen, wie denn unter an-dern Merck in 32 Unzen reifen trocknen Mohnkapseln 18Gran reines Morphium fand.

Gutes Opium wirkt schon in geringen Gaben zu '/* bis 2Gran höchst narkotisch, in wenig bedeutenderen, 10—40Gran, leicht tödtlich. In solchen Fällen ist das erste, denMagen durch ein Brechmittel oder durch die Meunier'scheoder Marcsche Pumpe auszuleeren, sodann dienen eiskalteUebergiefsungen, innerlich kleine Portionen eines Galläpfel-decocts mit etwas Gummi oder Eibischschleim vermischt, star-ker Kaffee, Camphorklistiere; in milderen Fällen vegetabi-lische Säuren, Citronensaft, Essig u. s. w. Man sehe So-bernheim und Simon Toxikologie pag. 488.

Vorwaltende Bestandtheile sind: Morphium, Co-dein, Opian, Narcein, sodann Mekonsäure und Meconium, überwelche Stoffe nebst andern, die man in dem Opium fand, dererste Band nachzusehen ist. An Salzbasen enthält es nochParamorphin (Thebain), Pseudomorphin, Narcotin, Kali, Kalk,Talk u. s. w., ferner ölige Opiumsäure, braune in Wasserund Weingeist lösliche Säure, Schwefel -, Salz - und Phos-phorsäure; an neutralen Stoffen Cautchuc, Extractivstoff, Gum-mi, Bassorin, Pflanzenfaser, flüchtigen Riechstoff u. s. w.;doch dürften, wie Bernhardi wohl mit Recht erinnert, meh-rere dieser Stoffe, zumal einige Salzbasen und Säuren Pro-ducte der Operation seyn, wie denn auch mehrere in der le-benden Pflanze nicht existiren möchten *).

*) Nebst manchen andern niufs man besonders auf nachstehende Abhandlungenaufmerksam machen.