1440
Helleboreae.
I
Helleborus dumetorum W. et Kit., bei Triest und
anderwärts in Italien vorkommend ; hat ganz glatte fein ge-sägte Blätter und nur halb so grofse Blumen als die gemeineForm. Tommassini nennt sie geradezu H. viridis LinnaeaBd. 13. pag. 63.
Helleborus purpurascens W. et Kit., in Ungarnund Siebenbürgen einheimisch, hat fufsförmige Blätter, derenfünf Blättchen an der Spitze drei - bis fünflappig, gegen dieBasis keilförmig, unten weich behaart, die grofsen Blumenaufsen purpurröthlich sind.
Helleborus Bocconi Gussone oder H. viridis Te-nore, in Italien einheimisch, ist der vorigen sehr nahe ver-wandt, aber die Blätter sind ganz glatt und die Blumen grün.
Host führt noch mehrere zumal in den Wäldern Sclavo-niens einheimische Hellebori auf, die sämmtlich dem H. viri-dis nahe verwandt seyn möchten, wie z. B. H. cupreus mitkleinen schönen dunkel kupferfarbenen Blumen. H. odorusmit gewimperten Blättern und schmutzig grünen, stark rie-chenden Blumen. H. graveolens mit senr stark und übel-riechenden Blättern und schwarzgrünen Blumen, nebst meh-reren andern.
Officinell ist die Wurzel in der englischen Pharmako-poe : Radix Hellebori viridis. (Pereira Materia inedica Bd. 2.pag. 91.) In den deutschen Apotheken findet sie sich häufigunter dem Manien Radix Hellebori nigri, denn nach Laffonwird auf den Voralpen des Cantons Glarus und in den dortangrenzenden gebirgigen Gegenden nichts anderes, als derdort sehr häufig vorkommende Helleborus viridis gegraben,und als schwarze Nieswurz in den Handel gebracht. AuchFrankreich bezieht seine schwarze Nieswurz aus der Schweizund die Herren Merat und Lens versichern, dafs man da inden Apotheken nur die Wurzel von Helleborus viridis habe.In den neapolitanischen Officinen hat man als schwarze Nies-wurz die Wurzel von Helleborus Bocconi, die Tenore früherals H. viridis beschrieb, welcher Art sie also sehr verwandtist; alles Umstände, die da zureichend beweisen, dafs gegen-wärtig nicht sowohl Helleborus niger als H. viridis die wahreofficinelle Art ist.
Die gemeine grüne Nieswurzel (Kunze Waaren-kunde tab. XXXII. flg. 2.) gleicht der vorigen ganz, so dafsdie gegebene Beschreibung auf dieselbe pafst, nur ist siedunkler braun, fast schwarz und die zahlreichen Fasern imDurchschnitte etwas dünner, der Geruch stärker, der Ge-schmack schärfer und mehr bitter. Der wässerige Aufgufsist etwas bräunlicher gefärbt und verhält sich gegen die an-geführten Reagentien ganz auf gleiche Weise. — Man wird