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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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Nopäleae.

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1 l k bis 6 Zoll breiten, mit starken borstenförmigen Stachelnbesetzten Gliedern, an deren Spitze die ansehnlichen blafs-gelben Blumen stehen. Die Frucht hat die Gestalt einer Feige,sie ist so grofs wie ein Huhnerei, aufsen Maisgelb, innenpurpurroth und saftig; sie schmecken süfslich und werden vonKindern gern gegessen, doch soll dann der Harn roth ge-färbt abgehen. üfficinell waren sonst die Glieder oder Blät-ter, Folia Opuntiae. Sie haben im Innern ein wässeriges,schleimiges, fade süfsliches Fleisch und werden durchschnit-ten bei Entzündungen, Wunden, gichtischen Beschwerdenaufgelegt.

Zu den bekannteren Arten, die man häufiger in denGewächshäusern findet, gehören Melocactus communisLink oder Cactns Melocactus Autorum, an seiner eignenForm, die an die der Melone erinnert, leicht kennbar, C actusgrandiflorus L., berühmt durch ihre grofse wohlriechende,nur wenige Stunden in der Nacht offene Blume, Cactusflagelliformis L.. die man oft in Töpfen an den Fensternsieht, an ihren schlangenartig gewundenen stachlichen Sten-geln und rothen Blumen leicht zu unterscheiden, CactusPhyllanthus L., geschätzt wegen ihrer grofsen weifsen,stark riechenden, in der Nacht offnen Blume und die ver-wandte Cactus elegans Link, deren rosenrothe kleinereBlume, am Tage offen. aber geruchlos ist.

Nach Donnart enthält Cactus Tuna ein dem Traganthähnliches Gummi, welches er mit dem Bassoragummi füridentisch hält. Nach Ruiz liefert auch Cactus Opuntia einsolches. In Peru bedient man sich des Saftes dieser letzte-ren Pflanze statt Eiweifs zum Klären des China-Extractes.

Der jüngere Buchner lieferte einige Beiträge zur chemi-schen Kenntnifs der Cacteen; aus dem Milchsafte der Mam-millaria cirrhifera erhielt er Cerin, Myricin, Gummi, einenin Wasser und Weingeist löslichen Extractivstoff, Eraulsinund Spuren eines Kalksalzes. In dem wässerigen Safte derMn m miliar ia pusilla fand sich Chlorophyll, ein rother,durch Alkalien gelb werdender Farbstoff, Eiweifs, Schleim,viel saurer äpfelsaurer Kalk, essigsaures Kali, etwas oxal-saurer Kalk -'Q u. s. w. Fast ganz analog fand Buchner dieSäfte von C. Phyllanthus, flagelliformis und spe-ciosus. In den Blumen des Cactus speciosus fand Vogeteinen carminrotheu Farbstoff**). Aus den Blumen von Cactus

*) Turpin fand sehr häufig kleesauren Kalk in dem Zellgewebe des Cereusjpe'ruvianus. Man sehe Analyse microscopiejue du tissu cellulaire de la moellede V ecorce du Cereus peruvianus et de 1' immense quantile d'agglomeratsde criataux prismaliques d'oxalate de chaux, qui se forment dans 1'inte-rieur de chaeune des vesicules dans ce tissu. Anuales des Sc. naturelles.Mai i83o.

**) Annaleu der Pharm. Bd. 5 pag. 2o5.