Euphorbiaceae.
1829
Euphorbia Tirucalli L. Ostindische Wolfsmilch ; auf den Mo-lucken und in Ostindien einheimisch. Ein bis 10 Fufs hoher, stachelloserStrauch, mit fadenförmigen, dichten, ausgebreitet verworrenen Zweigen,und wenigen Weinen, linien - lanzettförmigen , dicken Blättern; endstehen-den, einzelnen, kleinen, gelben, gestielten Blumen. Den scharfen Milch-saft benutzen die Indianer als äufserliches Mittel. Die Pflanze dient zuundurchdringlichen Zäunen.
Euphorbia mauritanica L. Mauritaniscbe Wolfsmilch. An derafrikanischen Küste einheimisch. Ein waffenloser aufrechter Strauch , mitschlaffen, runden, fadenförmigen Stengeln, abwechselnden, lanzettförmi-gen, spitzen, graugrünen Blättern und endstehenden, gehäuften, gelblich-frünen Blumen, mit etwas gekerbten Hüllblättchen. Mit dem scharfenlilchsafte soll das Scammonium verfälscht werden, Die Einwohner sollenihn getrocknet wie Pfefter benutzen.
Euphorbia Characias L. Thal - Wolfsmilch. Ein im südlichenEuropa einheimischer Strauch, mit rundem, meistens filzigem, rötblichemStengel; oval-lanzettförmigen, ganzrandigen, graugrünen, glatten oderweienhaarigen Blättern und am Ende der Stengel in Dolden stehendenBlumen; die Dolden sind vielspaltig, die Strahlen zweispaltig, mit rund-liehen durchwachsenen Deckblättchen umgeben; die Drüsen der Blümchensind ausgerandet, purpurfarben. Unter dem Namen Tithymalos wardie Pflanze den alten Aerzten bekannt, sie benutzten den Milchsaft alsPurgirmittel bei Fiebern, in der Wassersucht u. s. w.
Euphorbia Lathyris L.
Kreuzblätterige Wolfsmilch, kleines Springkraut,Maulwurfskraut.
(Blackwell Herb. tab. ia3. Plenk plant- med. tab. 366. Düsseldorf. Samml.
Lief. 4. tab. 6.)
Eine im südlichen Europa einheimische zweijährige Pflanze,die bei uns öfters in Gärten gezogen wird, und auch biswei-len verwildert vorkommt. Die Wurzel ist spindelförmig, weifs,mit Fasern besetzt; sie treibt im ersten Jahre einen einfachenrunden, starken, 1—2 Fufs hohen, zum Theil violett ange-laufenen Stengel, der dicht mit gegen über und kreuzweisestehenden, stiellosen, meistens horizontalen, 2 — 6 Zoll lan-gen und 3 — 6 und mehr Linien breiten, linienförmigen, oderlinien-lanzettförmigen, an der Basis zum Theil herzförmigen,stumpfen, mit kurzer Stachelspitze versehenen, oben dunkel-graugrünen , unten hellgrünen, etwas steifen Blättern besetztist, was ihm ein schönes Ansehen gibt. Im zweiten Jahrewird er oben ästig, und treibt sehr grofse, vier (seltner2—ostrahlige) Dolden, mit einer Hülle umgeben, deren Blätt-chen denen des Stengels ähnlich, nur viel kleiner sind. DieStrahlen zerästeln sich mehrmals gabelförmig, sie sind mitzwei breit eiförmigen, zugespitzten Deckblättchen versehenund tragen theils im Winkel der Theilung, theils am Endeeinzelne grüngelbe Blümchen, die im Juni bis August er-scheinen und mit zweihörnigen, an der Spitze schwammigenDrüsen (jpetala LinnaeiJ versehen sind. Die Kapseln sindrundlich - dreieckig, von der Gröfse einer Kirsche, schwam-mig, runzlich, grün; bei der fteife platzen sie mit Geräusch