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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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Euphorbiaceae.

anfangs geschmacklos, worauf ein sehr heftiges, lange an-haltendes Brennen im Munde folgt. Der Staub in die Naseund an das Gesicht gebracht, erregt das heftigste Niefsen,Entzündung und Anschwellung des Gesichts, daher man sichbeim Stofsen mit der Schwamm - Maske wohl vor demselbensichern mufs. Innerlich genommen bewirkt es heftiges Er-brechen, Purgiren, Entzündung der Eingeweide und selbstden Tod (Hülfsmittel ölig-schleimige Getränke und Klistiere).Beim Erwärmen schmilzt das Euphorbium unter Aufblähenunvollkommen, unter Verbreitung eines nicht unangenehmenGeruches; angezündet brennt es mit heller Flamme. ImWeingeist ist es nur zum Theil, und auch im Wasser nurwenig löslich.

Vorwaltende Bestandtheile. Scharfes Hartharz undäpfelsaure Salze. Nach Brandes bestehen 100 Theile Euphor-bium aus scharfem Hartharz 43,77, Cerin 13,70, Myricin 1,23,Cautschuk 4,84, Phyteumacolla 4,90, äpfelsaurem Kalk mitSpuren von schwefelsaurem 18,82, Aepfeisäure mit äpfelsau-rem Kali 0,45, schwefelsaurem Kalk 0,10, phosphorsauremKalk 5,40, Wasser 5,40, Holzfaser und andere Unreinigkei-len 5,60 , Verlust 0,93 (10,00). Mühiniann und Braconnoterhielten ähnliche Resultate, und Pelletier auch etwas äthe-risches Oel. Heinrich Rose stellte ein kristallinisches Harzdar, dessen alcoholische Lösung nur unbedeutend scharfschmeckt.

Die Güte des Euphorbiums erkennt man an seiner Rein-heit und hellen Farbe, so wie an den übrigen angezeigtenEigenschaften. Mit vielen Unreinigkeiten vermengtes, dunkelschmutzigbraunes Euphorbium ist zu verwerfen.

Anwendung Das Euphorbium wird jetzt nur äufserlich in Pulverformzum Einstreuen , oder mit Fett u. s. w. zur Salbe gemischt, gebraucht. Ehederagab man es auch innerlich als heftiges Purgirmiltel, was immer gefährlich ist.Als Präparat hat man eine Tinctura Euphorbia, äufserlich als Reizmittelanzuwenden. Es macht einen Bestandteil des Emplastrum ischiadicum und desE. vesicatorium perpetuum Jatiini aus.

Geschichte. Nach der Angabe des Plinius fand zuerst ein König Jubadieses Arzneimittel, dessen vorsichtige Einsammlungsart Dioscorides beschreibt.Dieses höchst scharfe Medikament wurde im Alterthum vielfach und selbst in-nerlich angewendet, so emptiehlt es Caelius Aurelianus bei Wassersucht, um dieWiederansammlung dieser Flüssigkeit zu verhüten. Archigenes l.esehreibt dieComposition eines Pflasters, das mit unserm heuligen ewigen ßlasenpllaster grofseAehnlichkeit hat; gegen Ausfallen der Haare benutzte Alexander Trallianus dasEuphorbium, Scribonius Largus gebrauchte es als Niesemittel bei chronischemKopfweh u. s. w.

Euphorbia spinosa L. Dornige Wolfsmilch, in Krain, dem süd-lichen Frankreich und Griechenland, am Meeresufer einheimisch. Es istein strauchartiges Gewächs, Hippophae der Alten, dessen Milchsaftals Purgirmittel diente. Die abgestorbenen Aeste bleiben stehen, undwerden dornig; die Blätter sind lanzettförmig, ganzrandig; die gelbenBlumen stehen einzeln und gehäuft oder in zum Theil fünfthetligen Doldenmit meistens drei eiförmigen Nebenblättern besetzt.