Druckschrift 
Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
Entstehung
Seite
1222
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1222

Bmseraceae.

1

I

^

ten Bruche wachsglänzend sind, und in der Hand sich erweichen. DerGeschmack ist schwach nach Guajak.

b) Breitgeflossene, kuchenförmige, handgrnfsc oder größere, aberlängere Stücke, in die Blätter einer Musa eingeschlagen, weicher als dievorige Sorte , sonst ihr ganz gleichend.

c) Drei bis 4Yi z °U breite, 810 Zoll lange, in die Blätter der Ma-ranta lutea gewickelte Stücke von dunkel schmutziggrüner Farbe, ohneGeruch, und ohne sonderlichen Geschmack, in der warmen Hand sichnicht erweichend.

Nach Hancock ist die Caranna das Ackajari*) der Caraiben, Maco-sis und anderer indischer Stämme, durch grol'se Bitterkeit ausgezeichnet.Das wohlriechende schneeweilse Harz, welches v. Humboldt als Carannaanführt, ist nach Hancock die oben bezeichnete Hyowa, welche also wohlder Icica Caranna, oder Amyris Caranna Humb. angehören möchte. StattCaranna hat man auch das Mani-Harz verkauft, welches von Marono-bea coccinea Aublet, einem Baume aus der Familie der Guttiferen ge-sammelt wird; es findet sich in unregelmäfsigen brüchigen, aufsen grau-lichen, innen schwarzen und glänzenden Stücken vor, von schwach aro-matischem Geruche und wenig bemerkbarem Gcschmacke. Wenn es, bevores ganz erhärtet war, in Palmenblätter eingewickelt wurde, so ist esschwarzgelblich, weniger trocken, leichter schmelzbar und mehr aroma-tisch, als das vorige. Es brennt mit sehr weifser und heller Flamme, ohnevielen Geruch oder Bauch zu verbreiten.

Marign ia obtusifolia Decandolle oder Bursera obtusifolia La-mark, in die Decandria Monögynia gehörend. Ein auf den Maskaren-Inscln einheimischer Baum, mit gefiederten Blättern, eiförmig-länglichen,stumpfen Blättchen und endstänoigen rispenförmigen Blumentrauben. Da-von kommt das sogenannte Bastard -Colophon holz. Eine andereArt Colophonholz soll nach Vircy von Bursera Orientalis Lamarkkommen. Lindley nennt Bursera paniculata Lamark oder Colophoniamauritiana Decandolle als die Mutterpflanze des wohlriechenden Colo-phonholzes.

Marignia acutiiolia Decandolle, ein auf den Molucken einhei-mischer Baum, der von dem vorigen durch lange spitze Blättchen sichunterscheidet, liefert das sogenannte schwarze Dammarhara, daswie Pech angewendet zu werden pflegt.

Hedwigia balsamäfera Swartz, ßursera balsamifera Persoon,in die Octandria Monögynia gehörend. Ein in Südamerika, in Brasilien,Jamaika, Sanct Domingo wachsender, 3o 40 Fufs hoher Baum, mit ge-fiederten, glatten, ganzrandigen Blättern, in Trauben stehenden, weiß-lichen Blumen, aus einem vierzähnigen Belch und vierspaltiger Blumen-krone bestehend. Die Frucht ist nach Dcscourtilz birnförmig, bei derBeife schwärzlich. Dieser Baum schwitzt aus der verwundeten Binde einHarz in hellen Tropfen aus, welches an der Luft weifs oder gelblichweifswird, und eine tropfsteinartige Figur annimmt (Martius). Nach Descour-tilz ist das Harz dunkelroth, zähe und klebrig, hat einen scharfen undbittern Geschmack und nicht unangenehmen terbenthinartigen Geruch.Beim Erwärmen verbreitet es einen dem Anime und Takamahak ähnli-chen Geruch. Es ist unter dem Namen Bcrgz ucker baisam, oderSchweinsbalsam*') bekannt. Man wendet dieses Harz wie Elemi an,

*) Ueber Akyari, ein neues Gummi aus Guinea, wahrscheinlich von einerAmyris, sehe man Hänle Magazin für Pharm. Bd. 1. pag. 207.

**) Nach Martius ist der Schweinsbalsatn ein fettes Oel, aus den flachen öligenSaainen der Bursera gummifera geprefst, es besitzt frisch den balsamischenGeruch der Frucht, ist schmutiig-gelb, trübe und wird auf den Antillen