1004 Cucurbitaceae.
Cucumis sativus L.Gemeine oder Gartengurke, Cucumer.
(Blackwell Herb. tab. 4. Plenk plant, medic. tab. 698. Kerner ökon. Pflanzen.
tab. 111. und 112 )
Auch diese allbekannte Pflanze stammt aus Asien undwird bei uns sehr häufig in den Gärten gezogen; die Pflanzeist .der Melone sehr ähnlich, sie unterscheidet sich von der-selben durch die zugespitzten Lappen der etwas wenigerrauhen hochgrünen Blätter und die mehr in die Länge gezo-genen , meistens kleineren, mehr oder weniger mit rauhenWarzen besetzten Früchte, deren Fleisch immer weifs undwässerig ist. Unreif sind die Cucumern grün, beim Reifenwerden sie gelb, zum Theil mit weifsen, rothen und braunenAbänderungen. Es gibt auch von den Cucumern eine MengeVarietäten: die gemeine weifse, gelbe, Schlangen-Cucumer,Kleine Frühcucumer u. s. w. Unter dem Namen Melone ver-nina cultiviren die italienischen Gärtner eine blaue Gurke(caeruleus cucumis), deren schon Yirgil gedenkt; man pflegtsie mit Binsen aufzuhängen, um sie für das Spätjahr aufzu-bewahren. (Tenore in dem Bulletin des Sciences natnr. Mars1828. p. 332.) Eine kleine, besonders zum Einmachen be-liebte Spielart ist unter dem Namen Cornichons bekannt,lieber mehrere andere bei uns weniger bekannte Spielartensehe man Giornale agrario toscano Vol. 5. p. 95. Im Orientwerden die Gurken viel schmackhafter als bei uns, weshalbman sie da auch ganz roh, selbst ohne sie zu schälen, wieAepfel zu speisen pflegt. ,
0ff iein eil sind die Früchte oder vielmehr der frischausgeprefste Saft derselben, Succus recens Cucumeris, unddie Saamen, Semina Cucumeris. Der Saft hat einen eignenschwachen, nicht unangenehmen Geruch und faden, wässeri-gen, sufslich salzigen, etwas herben Gescnmack. Die Saa-men sind denen der Melone sehr ähnlich, nur etwas kleinerund schmäler; verhalten sich denselben auch ganz gleich.
Vorwaltende Best an dt heile des Saftes sind Zuckerund mehrere Salze; die Saaraen enthalten fettes Oel und Ei-weifs. Nach A. Strauss enthält der Saft in 100 Theilen:96 Wasser, ferner zweierlei färbenden Extractivstoff, stick-stoffhaltige Substanz, gährnngsfähigen Zucker, Eiweifsstoff,Chlorophyll, ätherisches Oel, eine Spur Gallussäure, essig-saure, weinsaure, äpfelsaure, phosphorsaure, salzsaure undschwefelsure Kali-, Kalk- und Magnesiasalze und Faser.
\nwendung. Den ausgepreisten Saft der Gurken gibt man als kühlendesMitLel innerlich Lei Lungensucht u. s.w. Aeufserlich wird er als Schönheitsmittel»um Reinigen der Haut, gewöhnlich mit Milch gemischt, angewendet. Die Saa-men gibt man in Emulsion; sie gehören zu den Sem. quatuor frigid, majoribus,Als Präparat hat man die Gurkenpomade, deren Bereitungsart im Magazin für