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Lithium.
Es löst Jod, Phosphor und Schwefel, Harze, Alkaloide auf. Die wäs-serige Lösung ist neutral, fällt Auflösungen von Gummi uud Eiweiss.
§ 434. Erkennung und Prüfung. Man erkennt das Kreosot leicht amGerüche. — Die gute Beschaffenheit desselben giebt sicli kund:
(i. wenn beim Schütteln mit dem gleichen A'olum Wasser in einem engen Pro-bircylinder nicht mehr als der achtzigste Theil verschwindet — gegentheils ent-halt es "Wasser, wovon Kreosot T \j aufnehmen kann, ohne trübe zu werden ;
l). durch vollständige Auflöslichkeit in 80 Gewichtstheilen Wasser von mittlerTemperatur zu einer vollkommen neutralen Flüssigkeit — ein aufschwimmenderöliger Rückstand verräth anderweitige fremde ölige Producte, als Eupion, Kap-nomor, Picamar, welche gleichzeitig mit dem Kreosot bei der trockenen Destil-lation organischer Substanzen gewonnen werden.
LITHIÜ M.Li = 80,375.
§435. Vorkommen und Gewinnung. Das Lithium ist das me-tallische Radical eines seltenen Alkali's, welches von Arfwedson imJahre 1818 entdeckt (S. 10) und mit dem Namen Lithion, von XldugStein abgeleitet', belegt wurde, weil es nur im Mineralreich gefundenwird. — Das Lithion ist das einzige bekannte Oxyd des Lithiums, undfindet sich in geringer Menge in einigen Mineralien, so im Spodu-men und Pelatit (Verbindungen von kieselsaurer Thonerde mit kie-selsaurem Kali und kieselsaurem Lithion), ferner im Lepidolith oderLithionglimmer (eine Verbindung von kieselsaurem Kali mit wechseln-den Mengen von Fluorlithium). Der Lithionglimmer, welcher beson-ders in Mähren häufig vorkömmt, wird vorzugsweise in grosser Mengezur Darstellung von Lithiumverbindungen benutzt. Zu diesem Behütewird das Mineral in nussgrossen Stücken in unglasurten Töpfen ineinem Töpferofen einer allmälig gesteigerten Erhitzung ausgesetzt, wo-durch es eine beginnende Schmelzung erleidet, und in der mit Was-sergas angeschwängerten Atmosphäre FluorwasserstolTgas ausgetriebenwird. Mach dem Erkalten wird es in das feinste Pulver verwandelt,dieses in einem Bleigefässe, welches in einem Chlorcalciumbade ein-gesenkt ist, mit einer Mischung aus gleichviel concentrirter Schwefel-säure und Wasser zum Brei angerührt und 24 Stunden hindurch unteröfterem umrühren mit einem mit Blei überzogenen Holzstabe bei derSiedehitze des Bades digerirt.
Die fast pulverig gewordene Masse wird hierauf in irdene Töpfegefüllt und diese in einem Flammenofen allmälig bis zum Glühen er-hitzt, bis alle überschüssige Säure ausgetrieben ist. Die rückständigeMasse wird in demselben bleiernen Gefässe mit Wasser ausgezogen,die Auszüge werden zuerst mit Aetzammoniak, dann mit oxalsauremAmmoniak ausgefällt, das Filtrat endlich in einem blanken eisernenKessel eingekocht und zuletzt in einer Porzellansehaale vollends einge-trocknet. Dieser Rückstand, welcher aus schwefelsaurem Kali undschwefelsaurem Lithion besteht, wird in der doppelten bis dreifachenMenge Wasser gelöst und die Lösung mit einem gleichen Volum höchstrectificirtem Weingeist vermischt, wodurch das Kalisalz zum grössten