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1 (1847) Grundriss der pharmaceutischen Chemie und Lehre von der Gewinnungsweise, den Eigenschaften, der Erkennung und Prüfung der pharmaceutisch-chemischen Präparate
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357
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Jodum. ;S,"i7

Oel eintragen, aber nicht umgekehrt, indem im letzteren Falle leichtgefährlichevExplosionen stattfinden können. Schwefelkohlenstoff (Schwe-felalkohol) löst das Jod mit staiker Verdunkelung auf, VioooJod färbtden Schwefelkohlenstoff noch blauroth und Viooo nocli rosenroth.Die wässerige Jodlösung bleicht nicht Pflanzenfarben, färbt aber dieHaut, Papier, Leinen, Holz, vorübergehend braun und Stärkemehlkleisterblau. Die Aullösung des Jods in Weingeist wird unter dem ISamenJodtinctur (Tinctura Jodii) als Arzneimittel angewandt, sie enthält,wie schon erwähnt wurde, '/io Jod in Auflösung, besitzt eine dunkel—braunrothe Farbe, wird durch wenig Wasser getrübt, von vielem Wasseraber ohne alle Trübung aufgelöst. Wegen der mannigfaltigen zerset-zenden Einwirkungen, welche das Jod auf anderweitige Verbindungenausübt, ist es am zweckmässigsten, dia Jodtinctur ohne allen Zusatzzu verordnen und reines oder zuckerhaltiges Wasser als Verdünnungs-mittel anzuwenden *). Besonders muss das Zusammenbringen von Jododer Jodtinctur mit Ammoniak oder einem Ammoniaksalze vermiedenwerden, weil sonst hierdurch leicht die Erzeugung von JodstickstoiTveranlasst werden könnte, welcher ein sehr gefährlicher, heftig explo-dirender Körper ist.

§ 370. Erkennung und Prüfung. Man erkennt das Jod als solches leichtan den eben erwähnten äusseren Kennzeichen und an den violetten Dämpfen,welche es beim Erhitzen in einer Glasrohre entwickelt. In einfacher Auflösung,dieselbe sei noch so verdünnt, kann das Jod leicht an der eigentümlichen Reac-tion, welche es gegen in Wasser aufgelöstes Stärkemehl ausübt erkannt -werden.Giesst man nämlich zu einer freies Jod haltigen Flüssigkeit etwas von einer heissbereiteten Lösung von Stärkemehl in Wasser, so nimmt die Flüssigkeit alsbaldeine dunkelblaue, violette oder rüthliche F'arbe an, je nach der Menge des vor-handenen freien Jods. Diese Reaction ist noch in einer Flüssigkeit sichtbar, welchenur ufjjoiiöo •' 0( ' enthält; sie rührt nicht daher, dass sich eine blau gefärbte Ver-bindung des mit organischer Structur begabten Stärkemehls mit Jod bildet, denneine solche Verbindung ist nicht wohl möglich, sondern -das Jod schlägt sich inForm der feinsten Zerthcilung auf die aufgequollenen Stärkemehlkügelchen nieder

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*) Anstatt der Jodtinctur, deren Gebruch in grösseren Dosen gewöhnlich nach-teilige örtliche Reitzungen nach sich zieht,! empfiehlt Buchnnuv, Arzt am Kran-kenhause zu Glasgow, die Anwendung des Jod Stärkemehl s (Amylum jodatum*!welches er folgendermaassen bereiten lässt. Man nimmt 24 Gran Jod und 1 UnzeStärkemehl. Das Jod wird zuerst mit etwas Wasser zerrieben, und dann dasStärkemehl nach und nach hinzugemischt. Das Pulver wird in ganz gelinderWärme getrocknet und in einem wohl verschlossenem Gefässe aulbewahrt. Esbesitzt eine rölhlich blaue Farbe. Eine halbe Unze von diesem Präparate, worinsich 12 Gran Jod befinden, in Zeit von 24 Stunden gegeben, bewirkte, nach derAngabe desselben Arztes, nie bedenkliche Symptome, während bei Anwendung desJods als Tinctur die Gabe desselben auf 2 bis 4 Gr. innerhalb derselben Zeit be-schränkt werden musste.

Lugol's Jodwasser oder Jodsolution enthält auf 1 Pf. Wasser 1 Gr. Jod und12 Gr. Kochsalz. Der Zusatz des Letzteren hat zum Zwecke, die Auflösung desJods mit Wasser zu befördern, eine Eigenschaft, die es mit den meisten Salzengemein hat. Das Jodwasser wird im Sonnenlichte entfärbt, indem sich auf Kostendes Wassers Jodwasserstoff und Jodsäure erzeugt. — Aqua hydrojodica des Ham-burger Codex wird bereitet durch Auflösen von 2 Gr. Jod und 4 Gr Jodkalium in2 Pfunden Wasser.

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