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Chemische Operationen.
Die Temperatur des Sandbades kann natürlicherweise bis zu jederTemperatur gesteigert werden.
4) Destillation ist diejenige Operation, bei welcher aus gewissenSubstanzen durch Erhitzung in passenden Gefässen flüchtige flüssigeProducte abgeschieden werden, welche letztere indess in vielen Fällennicht sowohl Producte, als vielmehr Educte aus den der Destillationunterworfenen Substanzen sind.
Man unterscheidet die trockene und nasse Destillation. Ersterenennt man diejenige, wo eine trockene Substanz, gewöhnlich organi-schen Ursprungs, in einer irdenen oder eisernen, selten gläsernenRetorte der Einwirkung einer höheren Temperatur ausgesetzt wird,und die dabei entstehenden Producte gesammelt werden, welche ge-wöhnlich in Gasarten, einem sauren und alkalischen Wasser und em~pyreumatischem Oele bestehen. So bei der trockenen Destillation desWeinsteins, thierischer Substanzen, u. d. m. Zuweilen ist das De-stillat wohl auch Educt, so bei der ehemals üblichen Bereitung derEssigsäure durch trockene Destillation des crystallisirten essigsaurenKupfers. Von viel häufigerer Anwendung ist die nasse Destillation,wodurch eine flüchtige Flüssigkeit von weniger flüchtigen Materiengeschieden, und der flüchtige Theil zur Benutzung gesammelt wird.Hier ist das Destillat in den meisten Fällen Educt, doch nicht immer,wie bei der Destillation der Aetherarten,
Die Vorrichtung, worin die Destillation vorgenommen wird, heisstder Destillationsapparat, und besieht wesentlich aus 3 Theilen, aus ei-nem Gefässe, in welchem die Verdampfung erfolgt, aus einem Abküh-lungsapparate, worin die Dämpfe verdichtet werden, und aus einemVorstosse, in welchem das verdichtete Destillat aufgesammelt wird. BeiDestillation im Grossen besteht der üestillationsapparat aus einer ku-pfernen Blase mit zinnernem Helme, und einer gleichfalls aus Zinnverfertigtem Abkühlungsvorrichtung, wie unter andern zur Destillationder Wässer. Bei Destillation im Kleinen, oder bei Destillation solcherFlüssigkeiten, welche Metall angreifen würden, bedient man sich glä-serner Geräthschaften, welche dann Retorte und Vorlage oder auchKolben, Helm und Vorlage genannt werden. Der gläsernen Kolben undHelme bedient man sich selten, und nur in solchen Fällen, wo einUeberspritzen oder ein Uebersteigen leicht möglich ist und vermiedenwerden soll, wie z. B. bei Destillation der Essigsäure. Die Destillationaus gläsernen Vorrichtungen geschieht in den pharmaceutischen La-boratorien selten über freiem Feuer, sondern gewöhnlich aus demSand- oder Wasserbade, je nach der Flüchtigkeit der zu destillirendenSubstanz. Ein Bad aus einer concentrirten Lösung von Chlorcalciumist in vielen Fällen, wo im Sandbade durch zu grosse Erhitzung leichteinBrenzlichtwerden des Destillats zu befürchten ist, sehr zweckmässig.Als eine besonders für pharmaceutische Laboratorien sehr praktische undFeuermaterial ersparende Kapellenofeneinrichtung für Glasretorten undKolben kann ich umstehenden Kapellenofen empfehlen. Das Feuer heizteinen Digostionsrnum und zwei Kapollen, indem es dieselben von allenSeiten umspielt. Man gebraucht beim Einsetzen der Retorten die