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2 (1857) Kurzes Lehrbuch der organischen Chemie
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189
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Aethersäuren.

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Pyrophosphorsaures Silberoxyd giebt beim Erwärmen mit Aethyl-jodiir Pyrophosphorsäure-Aethyläther und Jodsilber:

PO r Ag 2 + 2C 4 H 5 J == PO,(C 4 H 6 ) 2 + 2AgJ.

Auch durch Destillation eines Gemenges von iitli erschwefel-saurem Kali mit den Alkalisalzen vieler Säuren erhält man dieflüchtigen neutralen Aetherarten; essigsaures Kali und äther-schweielsaures Kali geben schwefelsaures Kali und Essigsäure-Aether, der sich verflüchtigt:

C 4 H 8 K0 4 + S s O s .C 4 H 5 .K = S,O s K, + C 8 H 8 0 4 .

Neutrale Aetherarten bilden sich endlich noch sehr leichtbeim Zusammenkommen der Chloride mit den Alkoholen.

ßenzoylehlorid und Weingeist geben leicht Benzoesäure-Aether und Chlorwasserstoffsäure:

C 14 H 5 0 8 C1 -f- C 4 H 6 0 s = C I8 H 10 O 4 + HCl.

244. Die Aethersäuren entsprechen in ihrer Zusammen-setzung den sauren Metallsalzen der mehrbasischen Säuren,wenn man darin die Metalle durch eine äquivalente Anzahl vonAlkoholradicalen vertreten denkt:

|Aetherweinsäure . . . . C s II, O 10 -(- C 4 II ä 0 od. C 8 II, 0,

-HO

JSaures weinsaures Kali C 8 H 4 O 10 -|-KOf +H0

H . C 4 IL, i

0 4

jAmyläthcrcitronensäui'e C,. 2 II 5 O n

■CHaO

2 HO

C 8 H, 0 8 ! nH.K i u <

C 1S H 5 0 8 j ()H 2 .C I0 H n / U «

Ci 2 H 5 0 8 ) n

ii 2 .k r*

JSaures citronensaures

( Kali..........C I2 H 5 0 n +K0

-f 2 HO

Die Aethersäuren entstehen gewöhnlich schon beim Digerirender Säurehydrate oder der wasserfreien Säuren mit den Alkoho-len , die Bildung der schwächeren Aethersäuren wird durch Ge-genwart stärkerer Mineralsäuren gleichfalls begünstigt. Sie ver-einigen sich mit den Basen und sättigen sie; überschüssige Alkalienzerlegen sie öfters, doch nicht immer, in ein Alkalisalz und denAlkohol.

Methyläthersalicylsäure wird z. B. durch überschüssigesKali in salicylsaurcs Kali und Methylalkohol zerlegt.

245. Die Verbindungen der Alkoholradicale mit Chlor, Brom,Jod , Cyan , Schwefel , Selen und Tellur sind gleichfallsflüchtige, neutrale Körper, meist Flüssigkeiten, oder leichtschmelzbare feste Körper. Sie entstehen ähnlich wie die neutra-len Aetherarten; entweder durch Behandlung der Alkohole mit