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1 (1858) Anorganische Chemie
Entstehung
Seite
733
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I

Seifen und Pflaster

von Isomerie. Die Wirkung der salpeterigen Säure hierbei istnoch nicht vollständig erklärt.

Die Ölsäuren Salze gleichen den Salzen der fetten Säuren;wie bei diesen sind die Alkalisalze entweder neutral oder zwei-fach-sauer.

830. Die Gemenge von Ölsäuren, margarinsauren und talg-sauren Salzen (besonders Alkali- und Bleioxydsalze), welche mandurch Behandlung der Fette mit Basen erhält, sind für die Ge-werbe sehr wichtig.

Die gewöhnlichen Seifen sind Gemenge der Kali- oderNatronsalze dieser Säuren. Die harten Seifen enthalten Na-tron, die weichen Seifen oder Schmierseifen Kali; sie sindferner um so härter, je mehr sie Margarinsäure oder Stearin-säure, und um so weicher, je mehr sie Oelsäure enthalten. Zuihrer Bereitung werden die Fette mit verdünnter Kali- oder Na-tronlauge gekocht, wodurch das Fett eine Zersetzung in fetteSäuren und Glycerin (872.) erleidet, welche beide in dem Alkalisich lösen. Die Lösung wird (im Falle Kali angewendet wurde)entweder eingedampft, und der Rückstand als Schmierseife inden Handel gebracht, oder mit Kochsalz versetzt, wodurch diein Salzlösungen unlösliche Seife sich abscheidet. Hatte manKali zum Verseifen gebraucht, so setzen sich die Kaliseifen mitdem Chlornatrium in Natronseifen und Chlorkalium um.

Die in der Heilkunde häufig angewendeten Pflaster sindGemenge der Bleioxydsalze derselben Säuren, welche in den Sei-fen enthalten sind. Sie werden durch Kochen der Fette mitBleioxyd und Wasser bereitet, wobei die Fette ebenfalls in fetteSäuren, Oelsäure und Glycerin zerfallen; die ersten vereinigensich mit dem Bleioxyd zu einer unlöslichen Verbindung, demPflaster, welches in der Wärme weich und knetbar ist, und dasGlycerin bleibt in dem Wasser gelöst (872.).

831. Die trocknenden Oele (wie Leinöl, Mohnöl u. s. w.),welche an der Luft sich unter Aufnahme von Sauerstoff verhar-zen, enthalten eine der Oelsäure ähnliche Säure, in Verbindungmit Glycerin, welche man noch wenig kennt. Sie wird durchsalpeterige Säure nicht in Ela'idinsäure verwandelt, sondern bleibtflüssig.