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1 (1858) Anorganische Chemie
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Organische Säuren.

in jeder dieser Hauptabtheilungen werden wir- wieder ver-schiedene Gruppen unterscheiden, woraus wir die charakteristisch-sten Glieder näher beschreiben werden.

I.

Organische Säuren.

798. Wir werden zuerst die organischen Säuren beschreibenund im Zusammenhang damit die in nächster Beziehung zu ihnenstehenden Verbindungen. Hinsichtlich der ßadicale dieser Ver-bindungen folgen die Chemiker hauptsächlich zwei abweichendenAnsichten. Sie nehmen entweder, wie wir dies bei den unorga-nischen Säuren thaten, die ganze Menge des in der wasserfreienSäure enthaltenen Sauerstoffs ausserhalb des Kadicals an, odersie betrachten einen Theil des Sauerstoffs der Säure als einenBestandtheil des Kadicals, das mit einem anderen Theile desSauerstoffs verbunden die wasserfreie Säure bildet.

Wir wollen diese verschiedenen Betrachtungsweisen, welchezuerst an der Benzoesäure angewendet, später auch für die übri-gen Säuren entwickelt wurden, an dieser Säure näher zeigen.

Die wasserfreie Benzoesäure besitzt die empirische FormelG 14 H 5 0 3 . Man kann in derselben entweder ein Radical C u H 6 O aoder auch 0 M H 5 annehmen. Ersterer Annahme zufolge enthältdie Benzoesäure 1 Aeq. Sauerstoff ausserhalb des Kadicals, nachletzterer dagegen 3 Aeq. Sauerstoff.

Beide Theorien erklären die Verwandlungen der Benzoesäurefast gleich gut, und man kennt keine Thatsachen, welche sichnicht durch die eine und die andere Theorie erklären Hessen.Wir wollen in dem Folgenden die theoretische Constitution dereinfachen Verbindungen des Radicals der Benzoesäure, welchesBenzoyl genannt wird, wie sie nach beiden Theorien darge-stellt werden müssen, neben einander stellen.