Eudiometer.
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befreien, ist das hintere Ende mit Kalihjdrat und Schwefelsäure ent-haltenden Röhren verbunden.
Nach dem Erkalten des Apparates wird das Röhrchen und der Bal-lon jedes für sich gewogen. Die Gewichtszunahme des ersteren giebtden verzehrten Sauerstoff, die Differenz zwischen den Gewichten desmit Stickstoff gefüllten und des evacuirten Ballons den entsprechendenSticksloffgehalt der Luft. Es verstellt sich von selbst, dass man beibeideu Wägungen des Ballons den Thermometer- und Barometerstandgenau zu bestimmen und darnach die nöthigen Correctionen vorzu-nehmen hat.
Die Versuche, welche mit Jenem Apparate von Dumas undBovis singault über die Constitution der Atmosphäre angestellt sind,zeichnen sich durch eine grofse Uebereinstimmung aus (die für denSauerstoffgehalt gefundenen Zahlen differiren nicht ganz um l / l0 Proc.)und diese Methode würde daher kaum etwas zu wünschen übrig lassen,wenn sie weniger complicirt und leichter ausführbar wäre.
Von um so gröfserer Wichtigkeit ist daher Bunsen's Verfahren,welches in der kürzesten Zeit und mit einem sehr einfachen Apparateine Genauigkeit gewährt, die bis jetzt kaum von einer anderen quan-titativen Bestimmung erreicht ist, und wodurch sie auch die eben er-wähnten Versuche von Dumas und Boussingault übertrifft'.
Bansen bedient sich des Wasserstoffeudiometers mit Beobachtungaller im Obigen angegebenen Vorsichtsmafsregeln, nur hat das fürdiese Zwecke bestimmte Instrument gröfsere Dimensionen, als dasS. 1053 beschriebene Eudiometer. Es besteht aus einer 1 Meterlangen Glasröhre von 25 mm innerem Durchmesser, oben mit einge-schmolzenen Plalindrähten und der Länge nach mit einer genauen Milli-meterscala versehen, deren Wertb in Bezug auf die Capacität der Röhredurch eine exacte Calibrirung ermittelt ist. Da das Quecksilber sich darinhöchstens nur bis 760""" über dem Niveau der Wanne erheben kanu,so braucht man das Rohr auch nur von diesem Punkte bis abwärts zumoffenen Ende desselben einzutheilen.
Die zu analvsirende Luft wird in einer gewöhnlichen Medicin-flasche gesammelt, in die man zur Absorption der Kohlensäure einStückchen Kalihydrat gebracht hat, und deren Hals vor der Glasbläser-lampe ein wenig ausgezogen ist, so dass er an dieser Stelle leicht mitdem Löthrohr zugesclimolzen werden kann, aber doch weit genug bleibt,um einer feinen Glasröhre den Durchgang zu gestalten. Nachdem mandurch ein solches langes feines Röhrchen, welches bis auf den Bodender Flasche geführt ist, die Luft lange genug eingesogen oder mit ei-nem Blasebalge cingeblasen hat, um sie ganz mit der umgebenden Luftzu füllen, wird der Hals zugeschmolzen, und erst unmittelbar vor derEntleerung der Flasche in das Eudiometer unter Quecksilber wiedergeöffnet. Von den bei den Ablesungen, der Entwickelung von Wasser-sloffgas und der Verpuffung zu beobachtenden Vorsichtsmafsregeln istbereits S. 1058, 106ü u. 1U68 die Rede gewesen.
Welchen Grad der Genauigkeit jene Methode gewährt, beweisendie nachstehenden Zahlenresultate, welche Bimsen bei der Analysevon 10 an verschiedenen Tagen aufgefangenen Luftproben erhallen hat*
Haudwörterbucli der Chemie. Bd. II.
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