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6 (1854) [P - R]
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Rutinsäure.

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wird etwas abgewaschen und dann aus siedendem Wasser umkrystalli-sirt; die abgeschiedenen Krystalle werden mit kaltem Wasser abge-waschen, so lange dieses noch gefärbt abfliesst, und der Rückstand noch-mals aus siedendem Wasser umkrystallisirt.

Die Rutinsäure ist ein krystallinisches blassgelbes Pulver, welcheseinen Stich ins Grünliche zeigt; nach Rochleder krystallisirt es ausWasser in kleinen, fast weissen Nadeln, die nur einen Stich von Schwe-felgelb zeigen, aus Alkohol krystallisirt es in grösseren Nadeln vonblass schwefelgelber Farbe. Bei starker Vergrösserung erscheinen dieKrystalle als vierseitige lang zugespitzte Prismen.

Die reine Säure ist ohne Geruch und Geschmack. Sie löst sichnur wenig in kaltem Wasser, and selbst in heissem Wasser löst sie sicherst bei längerem Kochen in merkbarer Menge. Ueber das Verhaltender heissgesättigten wässerigen Lösung sind die Angaben der Chemikersehr abweichend; nach Bornträger scheidet sich aus der heiss gesät-tigten Lösung der Rutinsäure in Wasser beim Erkalten nichts ab, undselbst nachdem b j e des Wassers durch Abdampfen entfernt war, krystal-lisirte die Säure erst nach mehrtägigem Stehen. Nach Rochleder undnach Stein dagegen scheidet sich die Rutinsäure aus der heiss gesättig-ten Lösung beim Erkalten fast vollständig ab. 1000 Thle. x ) Wasserlösen beim Kochen etwa 7,5 Thle. Rutinsäure, und beim Erkaltenscheiden sich etwa 8 / 10 der Säure wieder krystallinisch ab; nach 48stün-digem Stehen in auf 13000 Thln. der Lösung kaum noch 1 Till,Säure enthalten (Stein). Alkohol löst die Rutinsäure etwas leichterals Wasser, 80procentiger löst mehr als schwächerer oder stärkererWeingeist; 1 Till. Säure löst 3ich beim Schütteln in der Kälte in etwa110 Thln. Alkohol von 80 Procent, aber erst in nahe 600 Thln. Al-kohol von 96 Procent; 1 Thl. Säure löst sich in nahe 30 Thln. ko-chendem 80procentigem, und in 58 Thln. kochendem 96procentigemWeingeist; beim Erkalten der kochend gesättigten Lösung in 80pro-

') In der Abhandlung von Stein (Journ. für prakt. Chem. Bd. LVIII', S. 402 a.403) finden sich in den Zahlen über die Löslichkeit nothwenclig verschiedene Druck-fehler.

Es heisst dort:

3,806 einer kochend gesättigten wässerigen Lösung hinterliessen 0,028 Sub-stanz = 0,74 Proo."9,23 derselben Lösung nach vollständigem Erkalten hinterliessen 0,007 Rück-stand = 0,75 Proc."(Hier sind wohl die Zahlen 9,23 und 0,007 recht, dann muss es 0,075 (nicht0,75 Proc. heissen ; sonst wäre auch die Säure im kalten und heissen Wasser gleichlöslich, was der vorhergehenden bestimmten Angabe und der Art der Reinigung, durchUmkrystalliiren aus kochendem Wasser, widerspricht.)Weiter heisst es:

3,034 kochend gesättigte Lösung in 80procentigem Weingeist hinterliesssn0,003 = 3,4 Proc."(Wenn die beiden ersten Zahlen richtig sind, so enthielte die Lösung nur 0,09Proc; hier soll der Rückstand wohl seyn statt 0,003 = 1,003 oder 1,030 d. i. =3,3 oder 3,4 Proc.)S. 403 steht:

5,265 einer kochend gesättigten Lösung in Alkohol (von 96 Proc.) hinter-liessen 0,09 = 0,179 Proc."(Sind die beiden ersten Zahlen richtig, so muss es heissen 1,79 Proc; oder sonstmüsste der Rückstand nur 0,009 betragen haben; nach der Löslichkeit der Rutin-säure in Alkohol von 80 Proc. ist wohl die erstere Annahme, dass 1,79 Proc. Rutin-säure gelöst seyen, die richtigere.)

Hiernach sind die oben angegebenen Löslichkeitsverhältnisse angenommen.

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