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Ruberythrinsäure.
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ten); ob beide Körper wirklich identisch sind, muss eine weitere ver-gleichende Untersuchung zeigen.
Die Ruberythrinsäure findet sich in dem wässerigen Auszuge derKrappwurzel, diese enthält aber wenig davon, 12 bis 15 Kilogrammlevantischen Krapps geben etwa 1 Gramm der Säure, auch seeländischerund ungarischer Krapp enthalten die Säure, aber weniger als der le-vantinische; Krapp, der an einem feuchten Ort aufbewahrt und mitetwas Schimmel bedeckt war, enthielt weniger Ruberythrinsäure alsvorher.
Zur Darstellung der Säure wird die Krappwurzel mit Wasser aus-gekocht; auf Zusatz von essigsaurem Bleioxyd zu der Abkochungbildet sich ein violetter Niederschlag, der alles Alizarin und Purpurin,aber nur Spuren von Ruberythrinsäure enthält; die von diesem Nieder-schlag abfiltrirte Flüssigkeit giebt nun mit basisch - essigsaurem Blei-oxyd einen dunkelfleischfarbenen, beinahe ziegelrothen Niederschlag,der hauptsächlich ruberythrinsaures Blei enthält; beim Fällen diesesSalzes ist ein Ueberschuss des Bleiessigs zu vermeiden, da der Nieder-schlag sich leicht wieder darin löst. Der Bleiniederschlag wird, inWasser vertheilt, mit Schwefelwasserstoff zersetzt; das Filtrat enthältdann Phosphorsäure, Citronsäure und Rubichlorsäure neben Ruberythrin-säure, welche die Flüssigkeit gelb färbt; der grössere Theil der letz-teren Säure bleibt mit dem Schwefelblei im Rückstand. Um sie aus-zuziehen, wird die schwarze Masse wiederholt mit Alkohol ausgekocht,die gelbe Lösung im Wasserbad auf 1 j s eingedampft und dann mit we-nig verdünntem Barytwasser versetzt; der in geringer Menge sich bil-dende weisse Niederschlag wird abfiltrirt und das Filtrat mit hinreichendBarytwasser gefällt. Hiebei scheidet sich die Ruberythrinsäure als Ba-rytsalz in dunkelkirschrothen Flocken ab; diese werden nach dem Abfiltri-ren ausgewaschen und in verdünnter Essigsäure gelöst; nachdem zur fil-trirten Lösung etwas Ammoniak zugesetzt ist, um den grössten Theilder freien Säure zu sättigen, fällt man mit basisch-essigsaurem Blei;dass nun sich abscheidende zinnoberrothe Bleisalz ist nach dem Aus-waschen mit verdünntem Alkohol rein; es wird daher im Alkohol ver-theilt und mit Schwefelwasserstoff zersetzt; die Flüssigkeit wird zurVertreibung des Schwefelwasserstoffes zum Sieden erhitzt, und dannheiss filtrirt, beim Erkalten und Verdunstenlassen scheidet sich dieSäure ab, welche durch Umkrystallisiren aus der geringsten Menge sie-denden Wassers vollständig gereinigt wird.
Die Ruberythrinsäure, so dargestellt, krystallisirt in hellgelben,seideglänzenden Prismen; über Schwefelsäure getrocknet nimmt siebei 100° nicht an Gewicht ab; sie ist in der Kälte nur wenig, inder Hitze leicht löslich in Wasser wie in Alkohol oder Aether; dieLösungen sind goldgelb. Aus der wässerigen, heiss gesättigten Lö-sung scheidet sich beim Erkalten die Ruberythrinsäure in krystallini-schen Flocken ab (nach Anderson scheidet das Morindin sich aus einersiedenden wässerigen Lösung in gallertartigen Flocken aus, die keinAnzeichen von Krystallisation zeigen, und beim Filtriren die Filter ver-stopfen).
Die Ruberythrinsäure löst sich in wässeriger Salzsäure ; beim Er-hitzen der gelben Flüssigkeit wird sie trübe und gesteht nach dem Sie-den zu einer gelben gallertartigen Masse; beim Stehen wird die Flüs-sigkeit dünner und es scheidet sich Alizarin in gelben Flocken ab ; die
Handwörterbuch der Chemie. Bd. VI. 58
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