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912 Rubeanwasserstoffsäure. — Ruberythrinsäure.
Form kleine, platte, runde Kuchen aus Zucker, entweder allein odermit verschiedenen aromatischen und anderen Zusätzen, z. B. Pfeffer-münzöl (Rotulae menthae piperitae, Pfeffermünzkuchen). Man bereitetdie Zeltchen gemeiniglich auf die Art, dass man gepulverten Zuckermit ein wenig Wasser in einer mit Ausguss versehenen verzinnten Ku-pferfanne über Kohlenfeuer erhitzt, bis der Zucker sich eben aufgelösthat, dann noch etwas Zucker hineinriihrt und, indem man die Pfannegeneigt hält und die Masse mit einem blanken eisernen Spatel abschnei-det, dieselbe tropfenweise auf ein mit etwas Mandelöl abgeriebenesKupferblech fallen lässt, worauf sie erhärtet. Man stellt auch wohl dieMasse aus Eiweiss und Zucker her und lässt dieselbe durch ein Trich-terrohr oder eine spitze Papiertute, die unten eine Oeffnung hat, aufdie Platte fallen, wobei man den Abfluss entweder durch einen hölzer-nen Stempel, der in das Trichterrohr passt oder durch Zusammen-drücken und Loslassen der Papiertute regulirt. Wp.
Rubeanwasserstoffsäure nennt Berzelius die unterdem Namen Cyan-Schwefelwasserstoff, Bd. II, S. 298 beschriebenerothe Verbindung.
Rubellan wurde von Breithaupt ein dem Magnesiaglimmersehr nahe verwandter, bräunlichrother bis fast ziegelrother Glimmer ge-nannt, der sich durch Undurchsichtigkeit, Sprödigkeit und Unbiegsam-keit auszeichnet und als ein Gemengtheil von Melaphyren , Basaltenund Laven auftritt. Th. S.
Ruberythrinsäure!). Eine schwache organische Säure,welche 1851 von Rochleder in der Wurzel von Rubia tinctorum, derKrappwurzel aufgefunden ward; Rochleder hielt es für wahrschein-lich, dass die Substanzen, welche von Runge als Krappgelb, vonKuhlmann vonSchunck und Higgin als Xanthin beschrieben sind,sowie das Rubian (s. d. Art.) von Schunck, mehr oder wenigerreine Ruberythrinsäure seyen. Er nimmt weiter an, dass diese Säurevielleicht auch mit dem Morindin von Anderson (s. Bd. V. S. 381)identisch sey. Für die Ruberythrinsäure gab Rochleder zuerst dieFormel Cjg H 10 Oi 0 , oder der Zersetzung nach wahrscheinlich C 72 H 40 O^-Anderson hat für das Morindin die Zusammensetzung C 28 Hi 5 0 15gegeben; die Analysen beider Substanzen stimmen nun ziemlich naheüberein, das Morindin gab 55,4 Kohlenstoff und 5,1 Wasserstoff; dieRuberythrinsäure gab 54,6 Kohlenstoff und5,1 Wasserstoff; Rochlederhält es danach für möglich, dass Anderson's Morindin eine geringeMenge Morindon (nach ihm vielleicht identisch mit Alizarin) beige-mengt enthalten habe; er giebt zugleich an, dass die Analyse seinerRuberythrinsäure auch für dieFormel C 56 H 31 0 31 , passe [= 2 (C 2 s H 15 O15)-f- HO, oder nach Rochleder vielleicht 4 ( C 14 H 7 0 7 ) -f- 3 HO],welche dann mit der Analyse des Morindins in naher Beziehung steht.Hinsichtlich ihrer Eigenschaften zeigen Morindin und Ruberythrinsäurenur in dem Verhalten der wässerigen Lösung einen Unterschied (s. un-
') Literatur: Sitzungsber. der math.-naturw. Cl. d. Acad. d. Wissensch. zuWien, Bd. VI, S. 433 u. Bd. VII, S. 306. — Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. LXXX,S. 324 u. Bd. LXXXII, S. 205. — Journ. für prakt. Chem. Bd. LV, S. 389 u. Bd.LVI,S. 89. — Pharm. Centralbl. 1851 S. 921 u. 1852 S. 358. — Jahresber. von Lie-big u. Kopp 1851 S. 545 u. 548.