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6 (1854) [P - R]
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Rothfärberei.

wegen des langen Kochens beim Beuchen viel Brennmaterial in An-spruch; die unzähligen Verbesserungen, welche für denselben in Vor-schlag gekommen sind, erstrecken sich daher meist auf Systeme vonApparaten, vermöge welcher die Operationen ohne Unterbrechung aus-geführt werden können, und auf Anwendung kalter Laugen an derStelle kochender Flüssigkeiten.

2. Das Oelen, die Oelbeize, huilage.

Man versteht unter Oelbeize das Durchziehen der G-espinnste oderGewebe durch eine Emulsion eines fetten Oeles in der Lösung eineskohlensauren Alkalis, welcher zuweilen Kuhkoth zugesetzt wird, Trock-nen der Waare und Wiederholen des Verfahrens. In dieser Operationliegt, man darf sagen, das Räthsel der ßothf ärberei. Wenn einerseitsAlles, was man als Theorie der Wirkungsweise der Oele beim Krappfärbenaufgestellt hat, weit entfernt ist, eine befriedigende Einsicht in denVorgang zu gewähren, so stellt auf der anderen Seite die Praxis, ebenin Folge des Mangels leitender Principien, das Bild einer ängstlichtappenden, viel Ueberflüssiges an sich tragenden Routine dar. Manhat die Löslichkeit der rothen Krappfarbstoffe in fetten Oelen früherschon gekannt, und in jüngster Zeit erst hat E. Schwarz gezeigt,dass dieselbe wirklich sehr beträchtlich ist, die Meinung aber, es könne ausdiesem Verhalten die Rolle des Oels beim Krappfärben abgeleitet, das-selbe als Vermittler zwischen Farbstoff und Faser angesehen werden,ist nicht statthaft. Man hat vollständige Gewissheit darüber, dass ver-möge der eigenthümlichen Umstände, unter welchen das Oel auf dieZeuge gebracht wird, dasselbe sich wesentlich verändert, und das un-verändertes, mit der Faser nicht verbundenes Oel ein Hinderniss desAnhai'tens der Farbe auf dem Zeuge ist, wie ja fette Oele deshalb alsSchutzpappen in der Zeugdruckerei gebraucht werden. Weil man dieErfahrung machte, dass das Eintauchen in Oel und Trocknen derZeuge ein durchaus untaugliches Verfahren ist, und dass das Oel, inLösung von kohlensauren Alkalien emulsionsartig vertheilt, bis jetztdas einzig fördernde Mittel ist, es auf die Zeuge zu bringen, wollteman den Vorgang der Veränderungen, welche das Oel auf der Fasererfährt, auf einen Verseifungsprocess zurückführen; allein es ist ebensogewiss, dass die Anwendung des kohlensauren Alkali (und nach einigenVorschriften sogar des doppelt-kohlensauren Alkali) bei der gegebenenTemperatur wenig geeignet ist, den Seifenbildungsprocess zu befördern,als es sicher ist, dass Seifenlösungen oder fertig gebildete Fettsäurenals Ersatz für das Gemisch von Oel und kohlensaurem Alkali ganzungeeignet sind. Es ist somit weder das Oel an sich, noch die darausgebildeten Fettsäuren, welchen die Eigenschaft des Fixirens der Krapp-farbstoffe zugeschrieben werden darf; aber über das Wesen der Um-wandlungsproducte ist man keineswegs aufgeklärt. Was Persoz übereinige von Weissgerber angestellte Versuche berichtet, nach welchensich das Fett von der Baumwolle mit Aceton abziehen lasse, und sichals frei von Glycerin erweisen soll, bringt uns den Kern der Fragenicht viel näher. Das Einzige, was man über die durch Luft- undWärmeeinfluss veränderten Eigenschaften des Oeles weiss, ist, dass es inverdünnten alkalischen Laugen schwerlöslich ist und fest auf der Faserhaftet. Beides wird daraus geschlossen, dass sich das Oel bei dem so-genannten Klarziehen (Durchnehmen durch verdünnte Sodalauge) von