Druckschrift 
6 (1854) [P - R]
Entstehung
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742
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Queckenwurzelzucker.

Quassit (Wiggers) Quassiin (Winckles) ist ein in dem Holzevon Quassia arnara und excelsa, vielleicht auch in der Simarubarindeenthaltener krystallinischer Bitterstoff'. Er wurde 1835 von Winckler 1 )dargestellt, nachher von Wiggers 2 ) weiter untersuchtJ

Zusammensetzung = C, 0 JJ 25 O G . Die Bereitung des Quassitsgeschieht, nach Wiggers, folgendermassen: man kocht das zerschnit-tene Quassiaholz mehrmals mit Wasser aus, dampft die vereinigtenDecocte auf 3 / 4 vom Gewichte des angewandten Holzes ab und ent-fernt das darin enthaltene Pectin durch Zusatz von Kalkmilch. Dievom Bodensatze abfiltrirte, etwas schillernde Flüssigkeit wird fastzur Trockne abgedampft und mit 90procentigem Alkohol ausge-zogen, wobei Kochsalz, Salpeter, Gummi u. s. w. zurückbleiben.Durch Destillation der alkoholischen Lösung erhält man eine gelbe,krystallinische Masse, welche aus Quassit, etwas Salpeter und fär-bender organischer Substanz besteht. Diese Verunreinigungen werdendurch wiederholtes Auflösen in absolutem Alkohol, Vermischen mitvielem Aether und Filtriren abgeschieden. Endlich giesst man die äthe-rische Lösung auf ein wenig Wasser und erhält durch freiwillige Ver-dunstung derselben reine Quassitkrystalle. Aus den durch den Aetherabgeschiedenen Massen kann man durch Extraction mit vielem Aetherund Verdunsten noch eine Portion gewinnen.

Der Quassit schiesst in kleinen, weissen, undurchsichtigen, wenigglänzenden Prismen an, jedoch nur aus verdünnten oder im Sieden ge-sättigten Lösungen. Eine concentrirte Auflösung hinterlässt beim Ver-dunsten eine durchsichtige Masse, die durch Wasser weiss wird. Erist geruchlos, entwickelt auf der Zunge allmälig einen sehr bitteren Ge-schmack, verändert sich an der Luft nicht, und schmilzt bei einer etwashöheren Temperatur, wie das Colophon, zu einer beim Erkalten gelblichwerdenden Masse. Bei 100° C. verliert er etwas hygroskopischesWasser; weiter erhitzt, zersetzt er sich unter Verbreitung bitter schme-ckender , sauer und brenzlich riechender Dämpfe und verbrennt wieHarz mit leuchtender Flamme. 100 Thle. Wasser von -)- 12° C. lösen0,45 Th. Quassit auf, die Löslichkeit wird aber durch Salze, organischeSubstanzen, Säuren und Alkalien vermehrt, ohne dass jedoch letzteresich damit verbinden. Am besten löst sich der Quassit in absolutemAlkohol; diese Lösung wird durch Wasser getrübt. Alle Lösungen rea-giren neutral. Concentrirte Schwefelsäure löst den Quassit, ohne sichzu färben; durch Wasser wird er unverändert wieder abgeschieden.Concentrirte Salpetersäure scheint in der Kälte den Quassit ohne Zer-setzung aufzunehmen, beim Erhitzen verwandelt sie ihn in Oxalsäure,die wässerige Quassitlösung wird durch Gerbstoff weiss gefällt; Jod,Chlor, Sublimat, Eisensalze und essigsaures Bleioxyd bringen keineNiederschläge hervor. Wp.

Queckenwurzelzucker ist der Hauptbestandteil eines inder Pharmacie unter dem Namen Mellago oder Extractum graminisgebräuchlichen, aus der Queckenwurzel bereiteten Extracts, der sichnicht krystallisiren lässt. Die Extraction kann auf verschiedene Weisegeschehen. Meistentheils wird die möglichst fein zerschnittene Wurzel

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») Repert f. d. Pharm. Bd. LIV, S. 85 ;Chemie und Pharm. Bd. XXL, S. 40.

Bd. LXV, S.

- ') Aanal, der