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6 (1854) [P - R]
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Pyrrhol.

lang ihm aber nicht, diesen Körper rein zu er-

zu werden pflegt; eshalten.

Anderson 1 ) hat bei seiner Untersuchung des Knocheuöls auchdas Runge'sche Pyrrhol bemerkt, und versucht, es darzustellen; er er-hielt eine Flüssigkeit von eigentümlichen Eigenschaften, welche alleReactioaen des Runge'sehen Pyrrhols zeigte; er hält sie für ein Ge-menge verschiedener wahrscheinlich unter einander verwandter Basen,die nicht weiter getrennt und nicht näher untersucht werden konnten.Anderson nennt sie Pyrrholbasen.

Runge stellte sein Pyrrhol aus Knochenspiritus dar, indem erdenselben filtrirt, um das Oel zu trennen, und dann in einer Flaschemit Schwefelsäure zersetzt; mit der entweichenden Kohlensäure geht,wie der Geruch schon zeigt, das Pyrrhol fort, das Gas wird daher inKalkmilch oder in gelöstem kaustischem Kali aufgefangen, und die ba-sische Flüssigkeit destillirt; das Destillat wird mit Salzsäure gesättigt,und dann rectificirt; die so erhaltene farblose Flüssigkeit soll salzsauresPyrrhol seyn.

Runge giebt an, dass sein Pyrrhol im reinen Zustande gasförmigist, und den Geruch nach Märkschen Rüben zeige, dass es ferner durchSalpetersäure schön hochroth gefärbt wird, und, mit Salzsäure auf einenFichtenspahu gebracht, diesen purpurroth färbt, diese Farbe wird vonChlor nicht zerstört; Papier und Baumwollenfaser erhalten durch Pyr-rhol und Salzsäure keine Färbung.

Anderson erhält die Pyrrholbasen, indem er den flüchtigerenTheil des rectiiieirten Knochenöls unter öfterem Umschütteln mehrereTage mit verdünnter Schwefelsäure in Berührung lägst; darauf wirddie Flüssigkeit mit Wasser versetzt und die von dem Oel getrenntewässerige Lösung nach weiterem Zusatz von Schwefelsäure destillirt;aus dieser stark sauren Flüssigkeit destillirt nun mit dem Wasser einekleine Menge eines farblosen Oels über, welches sich aber schnell färbt,zuerst nur rothlich, bald aber rothbraun, und nach wenigen Tagenlast schwarz wird. Das Oel ist ein Gemenge von verschiedenen basi-schen Oelen, den Pyrrholbasen, mit einer kleinen Menge eines in Säurenunlöslichen Oels, welches bei der Destillation vielleicht nur mechanischfortgerissen ward. Das ölige Destillat fängt für sich bei 100° C. anzu sieden, der Siedpunkt des Rückstandes steigt allmälig auf 188° C,nachdem zwischen 138° und 154°C das meiste Oel übergegangen ist.

Die bei verschiedenen Temperaturen aufgefangenen basischen De-stillate zeigen unter einander sehr ähnliches Verhalten, sie haben einenunangenehmen Geruch, unangenehmer, als ihn die in die Picolinreihegehörenden Basen zeigen, und von diesem durchaus verschieden. Siefärben sich an der Luft; einen mit Salzsäure befeuchteten Fichtenspahnfärben sie purpurroth; sie lösen sich in Salzsäure, und diese Lösunggiebt mit Platinchlorid einen gelben Niederschlag, der aber schnellschwarz wird. Mit Ueberschuss von Salzsäure erhitzt, werden diese ba-sischen Oele zersetzt, es scheiden sich rothe voluminöse und zahlrei-

') Edinb. Philos. Trans. Vol. XX, T. II, p. 247. Phil. Magazin [4.] T. II,p. 457. Amial. der Chem. u. Pharm. Bd. LXXX, S. 46. Jcmrn. f. prakt.Chem. Bd. LIT, S. 36. Pharm. Centralbl. 1851, S. 913. Amial. de chim. etde phys. [3.] XXXIY. p. 332. Jahresbericht von Liebig u. Kopp, 1851, S. 47Gu. 478.