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736 Pyroxylin.
Scbiesapulver wird sehr verschieden angegeben, und abgesehen von derwechselnden Zusammensetzung muss es verschieden seyn, je nachdemes zum Sprengen oder für Waffen angewendet wird, und dann wird derErfolg bei verschiedenartigen Waffen wieder differiren ; überdies hängtviel von der Art des Ladens ab, ob die Ladung stärker oder wenigerstark zusammengepresst ist.
Maurey setzt die Wirkung von 3 Grm. Pyroxylin bei Gewehrengleich 5 Grm. besten Schiesspulvers; Averos setzt 5 Grm. Pyroxy-lin gleich 13 bis 14 Grm. besten Schiesspulvers. Wartmann hält dieWirkung des Pyroxylins je nach Art der Waffen für drei-bis neunmal sostark als die des Schiesspulvers, Seguier für sechsmal so stark. BeimSprengen ist, nach Maurey, in hartem Fels 1 Pyroxylin gleich 5, inweichem Kalkstein gleich 2 Sprengpulver; nach Hall und Sohn(Fabrikanten in England) ist 1 Schiessbaumwolle gleich 6 Sprengpul-ver, nach Reindel beim Sprengen in Nagelflue gleich 8 Pulver. DieAngaben über weniger genau angestellte Versuche differiren nochmehr.
Wenn man den Wirkungswerth der Schiessbaum wolle mit dem desPulvers vergleichen will, so müssen auch die Preisverhältnisse beiderberücksichtigt werden; nach Maurey berechneten sich die Kosten für1 Kilogramm Pyroxylin zu 7 Franken, während 1 Kilogramm bestesSchiesspulver nahe 2 3 / 5 Franken, und 1 Kilogramm Sprengpulver 1 1 / 6Franken kostet.
Am zweckmässigsten würde die Fabrikation von Pyroxylin inSchwefelsäurefabriken vorgenommen, wo alles saure Waschwasser wiedie gebrauchte Säure in den Bleikammern wieder zur Benutzung kom-men kann; denn ohne das muss das Präparat immer kostspielig seyn.Ob aber überhaupt das Pyroxylin eine grössere Verwendung findenwird, ob es das Schiesspulver wird ersetzen können, ist jetzt wenigstensnoch zweifelhaft; die praktischen Versuche, welche an so vielen Orten,wenn auch nicht immer mit der nöthigen Umsicht, in sehr grosserZahl angestellt sind, haben meistens ein nicht günstiges Resultat gege-ben; nach den bekannt gewordenen Versuchen lässt sich mit demPyroxylin in den Schiesswaffen selbst bei der grössten Sorgfalt keinsicherer und gleichmässiger Schuss erhalten, indem die Kugel bei der-selben Ladung bald nicht die gehörige Kraft erhält, bald mit zugrosser Gewalt fortgeschleudert wird, und weil sich in den Gewehrensehr viel Feuchtigkeit niederschlägt, die überdies sauer ist und dieWaffen schnell rosten macht. Ein weiterer Fehler des Pyroxylins istder Umstand, dass es die Gewehre häufig zersprengt, und dass siediesem Material nicht so lange widerstehen wie dem Schiesspulver.
Ein grosses Hinderniss seiner Verwendung ist ferner die Schwie-rigkeit, ein gleichmässiges Product zu erhalten, die umständlicheDarstellung und die leichte Detonation der Substanz; so lange dieseverschiedenen Uebelstände nicht beseitigt sind, ist eine Verdrängungdes Schiesspulvers nicht zu erwarten, trotz der manchen Vortheile,welche das neue Präparat bieten würde. Es ist jedoch nicht ausserAcht zu lassen, dass die Erfindung neu ist, dass wir noch zu wenig selbstüber die Natur des Körpers wissen, über die Mittel, ein gleichmässigesProduct zu erhalten, über die Bedingungen seiner Bildung und seinerZersetzung, um endgültig über seinen Werth oder Unwerth absprechenzu können, besonders da über die Resultate der Versuche, welche von