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6 (1854) [P - R]
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734 Pyroxylin.

sion in dem Trockenraum, dessen Temperatur 50°C. nicht überstieg;die Fabrik in Faversham wurde zerstört durch eine Explosion des Prä-parats während des Trocknens bei 50° C. Eine sehr starke frisch be-reitete, etwa 40° C. warme Schiessbaumwolle explodirte schon bei schwa-chem Zusammendrücken in der Hand. Wird das Pyroxylin längereZeit bis 50» 0( i er 60«C. (Payen), oder auf 60» bis 80° C. (Pelouze)erhitzt, so zersetzt es sicli allmälig, und diese Zersetzung endet meistensin einer Explosion; es ist daher immer gefährlich, das Präparat selbstnur bei 50° C. zu trocknen. Dass die Schnelligkeit des ErwärmensEinfluss hat, zeigt ein Versuch von Marx, der zum Theil den Anga-ben von Payen und Pelouze widerspricht; indem Marx Pyroxylin inetwa 5 Minuten von der Mitteltemperatur auf G3°C. erhitzte, erfolgtehier zuweilen die Explosion, häufiger erst bei 90° C. Wurde die Schiess-baumwolle so langsam erwärmt, dass ihre Temperatur erst nach etwa20 Minuten 69°C war, so zersetzte sie sich jetzt langsam und ohneDetonation, und nach längerem Erwärmen hatte sie dann ihre Wirk-samkeit ganz verloren. Es ist nicht zu bezweifeln, dass bei grösserenMassen die Detonation leichter erfolgt, als beim Erhitzen geringererMengen.

Meistens explodirt das Pyroxylin bei 120° bis 130°C, auf Papierüber einer Weingeistflamme vorsichtig erhitzt, brennt es ab, ohne dassdas Papier sich bräunt.

Nach den Angaben von Schönbein und Böttger explodirte dieSchiessbaumwolle bei schnellerem Erhitzen erst bei 200° bis 230° C,beim langsameren Erhitzen bei 200° bis 175°C, unter dieser Tempe-ratur aber auch bei längerem Erhitzen nicht.

Pyroxylin, welches bei 100° C. noch nicht explodirt, zersetztsich bei dieser Temperatur langsam, und zeigt dann den Geruchnach salpetriger Säure, auch wenn es vollständig ausgewaschen, undzuerst im Vacuum über Schwefelsäure getrocknet war. Es nimmt bei100° C. dann fortwährend an Gewicht ab, und der Gewichtsverlust steigtin 12 Stunden selbst auf 20 Procent.

Noch leichter als das trockene Pyroxylin zersetzt sich (bei Ver-suchen von van Kerkhoff und Reutter) das feuchte, wenn es bei100°C. getrocknet wird, jedoch auch ohne Explosion; es entweichenhier zuerst mit dem Wasser Dämpfe von Salpetersäure, später bildensich Dämpfe von Untersalpetersäure, was die Farbe des Gases zeigt,wenn man das Präparat in einer Glasröhre trocknet. Ausser Salpeter-säure und Untersalpetersäure scheinen hier keine anderen Producte zuentstehen, namentlich entweicht weder Cyan noch Kohlensäure. DasPyroxylin nimmt bei diesem Trocknen 24 bis über 30Proc. an Gewichtab, es hat die Elemente der Salpetersäure und Untersalpetersäure abge-geben, dafür aber die des Wassers aufgenommen. Die verschiedenarti-gen Producte, welche hier zurückbleiben, enthalten daher die Elementedes Pyroxylins (,C 2i E 13 0 1B + 6 N0 5 = C 2i E 13 O ig ^ 6 ) + x II O minusder Elemente der Salpetersäure oder der Untersalpetersäure.

Unter den verschiedenen hier erhaltenen Producten hat eines dieZusammensetzung C 24 II 17 N 2 0 27 , das sind die Elemente des Xyloi'dins(C 24 H 18 N : 2 0 28 ), welches 1 Aeq. Wasser abgegeben hat; dieses Productist also aus dem Pyroxylin entstanden durch Aufnahme von 4 HO, un-ter Verlust von 4N0 5 .

Ein zweites Product, welches van Kerkhoff und Keutter hier er-