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Pyroxylin. 733
nen kamen auch in anderen Fabriken, z. B. in Dartford in England, inSachsen und anderen Orten vor, wobei oft viele Menschen getödtet wur-den ; ebenso explodirte die Schies?baumwolle in einem Magazin im Holzvon Vincennes, in welches Tage lang Niemand gekommen war. Beikleineren Quantitäten erfolgt zuweilen die Selbstzersetzung des Pyroxy-lins langsam und ohne Detonation; unter Gasentwickelung, wobei sichder Geruch nach salpetriger Säure bemerkbar macht, verwandelt essich oft in eine breiartige Masse; die Einwirkung von Licht scheintdiese Zersetzung zu befördern. Besonders wenn zur Darstellung desPyroxylins viel Schwefelsäure genommen war, und wenn das Präparatnicht gut ausgewaschen ist, scheint die Zersetzung leichter statt zu ha-ben; selbst bei einem mit alkalischem Wasser ausgewaschenen Productkann die Zersetzung noch eintreten, denn die in Bouchet explodiren-den 1600 Kilogr. Pyroxylin waren vollständig mit alkalischem Was-ser ausgewaschen. Auch in Fässern an trockenem Orte aufbewahrteSchiessbaumwolle, vollkommen ausgewaschen, zersetzt sich nach undnach; es zeigte sich nach 3 bis 9 Monaten ein stechender Geruch nachAmeisensäure, und das Product enthielt 1,6 bisll,5Proc. Feuchtigkeit.Nach Gladstone zersetzte sich ein in Aether unlösliches Pyroxy-lin, welches mit starker Salpetersäure von 1,52 und mit Schwefelsäuredargestellt war, und dessen Zusammensetzung C 2 4Hi6 0 16 -f- 5N0 6 ist,nach mehreren Jahren noch nicht, während ein anderes Präparat, wel-ches durch Auflösen der Baumwolle in Salpetersäure von 1,45, undFällen der Lösung mit Wasser dargestellt war, und welches die Zu-sammensetzung C 2 4H 1 7 0 1 7 -\- 3NO5 hatte, sich bald, aber ohne Ex-plosion zersetzte, indem sich salpetrige Säure entwickelte, und einegummiartige Masse zurückblieb.
Beim Schlagen oder Stossen mit harten Körpern detonirt dieSchiessbaumwolle leicht; schlägt man Pyroxylin mit dem Hammer aufeinem Amboss, so explodirt nicht die ganze Masse, sondern nur derTheil, welcher von dem Schlag getroffen wurde, ohne dass die Entzündungsich in der Regel fortpflanzt. Doch ist zuweilen auch schon eine vollstän-dige Explosion der ganzen Masse erfolgt, so beim Besetzen von Spreng-löchern ; eine Raketenfabrik in England wurde durch eine Explosionzerstört, welche durch Einschlagen von Schiessbaumwolle in Raketen-hülsen veranlasst war. Leichter als bei reiner Schiessbaumwolle pflanztsich die Entzündung fort, wenn man sie mit einer Lösung von chlor-saurem Kali oder Salpeter getränkt, oder wenn man sie mit Pulver-mehl gemengt hat; Pelouze schlägt vor, solche Gemenge von Pyroxy-lin mit Pulver oder mit Salpeter zum Füllen der Zündhütchen für Per-cussionsgewehre anzuwenden; er hält es für zweckmässig, statt loserBaumwolle, Gewebe von Hanf-, Lein- oder Baumwollenfaser für dieseAnwendung zur Darstellung des Pyroxylins zu nehmen; die Wirkungder Zündmasse soll jedoch unsicher seyn.
Durch Erhitzen wird die Detonation des Pyroxylins leicht bewirkt,und diese erfolgt dann mit grosser Heftigkeit, aber meistens ohne star-ken Knall. Die Angaben über die Temperatur, bei welcher die rascheDetonation erfolgt, sind sehr verschieden, was zum Theil in der Ver-schiedenheit des Präparats, zum Theil in dem schnelleren oder lang-sameren Erhitzen liegen mag.
In mehreren Fällen hat man die Explosion schon bei 50° C. be-obachtet, in der Fabrik in Bouchet erfolgte ein Mal eine solche Explo-
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