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6 (1854) [P - R]
Entstehung
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713
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Pyrometer. 713

ter entsteht eine krystallinische Fällung von pyromellithsaurem Kalk.In siedenden Lösungen oder beim Erhitzen der Flüssigkeit bildet sichder Niederschlag sogleich; er ist unlöslich selbst in siedendem Wasser;bei 130° C. giebt er das Krystallwasser ab.

Pyromellithsaures Kupferoxyd. Eine concentrirte Lösungvon pyromellithsaurem Alkali wird durch schwefelsaures Kupferoxydsogleich gefällt, es bildet sich ein pulveriger grünlicher Niederschlag.In verdünnten Lösungen entsteht erst beim Erhitzen oder beim länge-ren Stehen eine krystallinische Fällung, oder es scheiden sich kleineKrystalle ab. Das Salz ist in siedendem Wasser unlöslich.

Pyromellithsaures Silberoxyd: 2 AgO.C 10 O 6 (oder C 10 HO 6 ).Wird zu überschüssiger siedender Lösung von salpetersaurem Silber-oxyd gelöstes pyromellithsaures Alkali gesetzt, so bildet sich ein weis-ses krystallinisches Salz, welches in siedendem Wasser fast unlöslichist, beim Auswaschen aber leicht milchig durch das Filter geht. Esbrennt beim Erhitzen mit Heftigkeit ab, ohne Freiwerden von Elektri-cität nach Hanckel, und hierin gleicht es dem mellithsaurem Silber-oxyd.

Die pyromellithsauren Alkalien werden ferner weiss gefällt durchChlorbarium, durch schwefelsaures Zinkoxyd, durch salpetersauresQuecksilberoxydul und Quecksilberoxyd; Eisenchlorid fällt sie braun-gelb. Die Lösungen werden nicht gefällt durch die Salze von Eisen-oxydul, Manganoxydul, Kobaltoxydul, Nickeloxydul, sowie durch Queck-silberchlorid und Goldchlorid. Fe.

Jr yrometer. Das Bereich genauerer Temperaturbestimmungenmit Hülfe des Weingeist- und des Quecksilberthermometers erstrecktsich nur etwa von —■ 100° C. bis zu -j- 350° C., dem Siedepunkt desQuecksilbers. Bestimmungen weit höherer Temperaturgrade mit Hülfevon Flüssigkeitsthermometern werden schon darum misslich, weil manüber 400° C. hinaus nicht sicher seyn kann, dass das Glas seine Formvollkommen unverändert beibehält. Die Instrumente, welche zu Be-stimmungen der Temperaturen von-)-350° bis zu 1800°C etwa gedienthaben oder noch gebraucht werden, führen den Namen Pyrometer.Sie bieten sämmtlich eine ohne Vergleich geringere Genauigkeit, alsman sie jetzt bei thermometrischen Bestimmungen in niederen Wärme-graden zu erreichen gewohnt ist; und wenn manche Pyrometer auchder Praxis ausreichende Dienste leisten, insofern sie gewisse höhereHitzgrade in constanter Weise herzustellen gestatten, wie dies z. B.bei der Fabrikation feinerer Porcellanwaaren oder bei Darstellung vonGlasmassen zu optischen Zwecken erfordert wird, so hat doch die Wis-senschaft noch wenige Erfolge pyrometrischer Bestimmungen aufzu-weisen.

Unter den starren Substanzen hat, wenn man von dem gänzlichunbrauchbaren Wedge wo od'sehen Pyrometer absieht, fast ausschliess-lich das Platin, seiner Schwerschmelzbarkeit und geringen Veränder-lichkeit in hohen Hitzgraden wegen, als pyrometrisches Material ge-dient. Allein dem einen Endpunkt eines Platinstabes eine feste Wider-lage zu geben und das andere Ende auf einen feinen und empfindlichenmikrometrischen Apparat wirken zu lassen, damit die an sich geringeAusdehnung des Platins deutlich hervortrete, sind Forderungen, wel-chen bei hohen Hitzgraden schwer entsprochen werden kann. Der

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