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6 (1854) [P - R]
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707
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Pyrochlor. 707

einen namhaften Thorerdegehalt entdeckte, sie aber in soweit verschie-den fand, als der eine vor dem Löthrohr keine Uranoxydreaetion zeigteund beim Erhitzen keine Fluorwasserstoffsäure lieferte. Ausserdem hatWo hl er noch einen Pyrochlor analysirt, welcher bei Brevig in Nor-wegen mit dem Thorit zusammen gefunden wurde.

Wohl er's Untersuchungen des Pyrochlors von Miask wurdenspäter von Hermann x ) wiederholt. Derselbe erhielt ähnliche Resul-tate wie Wöhler, doch mit dem Unterschiede, dass er die Thorerdeals Zirkonerde bestimmte und den ohnehin zahlreichen Bestandtheilennoch Wolframsäure und Lithion hinzufügte. Hierdurch veranlasst,stellte Wöhler neue Versuche mit der aus dem Pyrochlor abgeschie-denen fraglichen Thorerde an, welche ihn, in Uebereinstimmung mitBerzelius 2 ), in seiner früheren Angabe bestärkten.

Auch der Pyrochlor von Fredrikswärn ist abermals von Hayesuntersucht 3 ), jedoch, wie nachstehende Zusammenstellung zeigt, mitvon den erwähnten Untersuchungen so abweichenden Resultaten, dassdie Richtigkeit derselben nicht ohne Weiteres vorausgesetzt werdenkann.

Bei Gelegenheit einer genaueren Untersuchung der so sehr über-einstimmenden Tantal-, Pelop- und Niobsäure fand H. Rose, dassdie von Wöhler aus dem Miasker Pyrochlor abgeschiedene Säurenicht Tantalsäure, sondern vorzugsweise aus Niobsäure mit kleinenAntheilen Pelop- und Wolframsäure bestehe 4 ). Da seitdem H. Rosedurch eine ausgedehntere Untersuchung dieser verwandten Metallsäurenzu dem Resultate gelangt ist, dass die Pelop- und Niobsäure nur ver-schiedene Oxydationsstufen eines und desselben Metalls sind (vergl.Art. Pelopium), so wäre die fragliche Säure des Pyrochlors fast nurNiobsäure.

Diese Entdeckung von H. Ro3e scheint Hermann veranlasst zuhaben, seine früheren Analysen zu wiederholen 5 ). In dieser figurirtjetzt die Tantalsäure natürlich als Niobsäure, aber merkwürdigerweisefehlt nicht allein immerfort die Thorerde, sondern es ist auch dieZirkonerde, das Lithion, das Manganoxydul, die Wolframsäure und dasWasser gänzlich darin verschwunden.

In neuerer Zeit hat Blum in einem körnigen Kalk vom Kaiser -stuhl bei Scheelingen im Breisgau in Baden einen neuen Fund-ort für Pyrochlor entdeckt. Derselbe ist ganz in dem krystallinischkörnigen Kalk eingesprengt, und erfüllt diesen letzteren zuweilen mitden ihn begleitenden Magneteisenkryställchen so, dass der Kalk davonganz dunkelgrau gefärbt erscheint. Beim Auflösen dieses Kalkes inverdünnter Salzsäure bleibt er neben vielen anderen Einschlüssen un-angegriffen zurück.

Dieser deutsche Pyrochlor bildet zwar nur kleine Krystalle, istaber von ausserordentlicher Reinheit; er ist vollkommen durchsichtig,hat Glasglanz und variirt in Farbe von hell gelbbraun ins hyazinthrothbis ins blutroth. Er bildet meistens scharf begränzte Octaeder mithäufigen Dodecaederentkantungen. Doch kommen auch unregelmässigeKörner davon vor. Nicht selten finden sich auch Zwillinge sowie Ver-

! ) Jcmrn. für prakt. Chem. Bd. XXXI, S. 94. 5 ) Annal. der Chem. u. Pharm.Bd. LI, S. 204. a ) Silliman's Joura. Bd. XLVI, S. 1C4. 4 ) Annal. der Phy-sik, Bd. LXXII, S. 475. 5 ) Journ. f. prakt. Chem. Bd. L, S. 189.

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