Purpur. — Purpursäure.Purpur, Cassius', s. Goldpurpur.
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Purpuramid. Kodweiss fand bei seinen Untersuchungender Prout'schen Purpursäure und des sogenannten purpursauren Am-moniaks keinen bestimmten Zusammenhang zwischen der Elementar-zusammensetzung beider; am wahrscheinlichsten schien es ihm, dass dassogenannte Ammoniaksalz die Elemente von Purpursäure -j- Ammoniak— 2 Aeq. Wasser enthalte 1 ), also einAmid sey; Poggendorff nanntedaher die Verbindung Purpuramid, Fritzsche stimmte der Ansichtüber die entsprechende Zusammensetzung der Verbindung bei, undhielt den von Poggendorff gewählten Namen für passend 2 ). Seinespäteren Untersuchungen 8 ) veranlassten Fritsche jedoch, die Prout'-sche Bezeichnung als die richtigere wieder anzunehmen, und die Ver-bindung als ein Ammoniaksalz zu betrachten (s. Purpursäure).
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Purpurin s. Krapp, Bd. IV, S. 598.
Purpurindig, syn. mit Phönicinschwefelsäure,s. Indig-Schwefelsäuren, F Bd. IV, S. 45.'
Purpurinschwefelsäure s. Indigo-Schwefel-säuren, Bd. IV, S. 52.
Purpur säure (zum Theil syn. mit Murexan. Bd. V, S. 407),ein im isolirten Zustande noch nicht bekanntes Oxydationsproduct derHarnsäure. Scheele hatte 1776 zuerst bemerkt, dass eine Lösungvon Harnsäure in Salpetersäure die Eigenschaft habe, die Haut roth zufärben; Prout stellte später aus der salpetersauren Lösung durch Ein-wirkung von Ammoniak ein Product dar, welches er nach der Farbeder Lösung purpursaures Ammoniak nannte; den durch stärkere Säurenaus diesen Verbindungen abgeschiedenen krystallinischen Körper hielter für die Purpursäure. Liebig und Wöhler zeigten bei ihrer be-rühmten Untersuchung über die Zersetzungsproducte der Harnsäure,dass Prout's purpursaures Ammoniak kein eigentliches Aromoniaksalz,sondern wahrscheinlich eine amidartige Verbindung sey, von ihnenMurexid (von murex, die Purpurschnecke) genannt; dass ferner der ausdem Murexid durch Zusatz von Säuren dargestellte krystallinische Kör-per, die Purpursäure von Prout, ein Zersetzungsproduct desselben sey,welches sie Murexan (Bd. V, S. 407) nennen. Durch Umsetzung mit-telst doppelter Wahlverwandtschaft lassen sich aus dem sogenanntenpurpursaurem Ammoniak andere purpursaure Salze darstellen, welchefrüher von Kodweis theilweise, zuletzt namentlich von Fritzsche un-tersucht sind, nachdem Lieb ig und Wöhler zuerst genauere Vor-schriften zur Darstellung des purpursauren Ammoniaks gegeben hatten.
So wenig die Constitution wie die empirische Zusammensetzungder sogenannten purpursauren Salze sind genau bekannt. Hinsichtlichder Constitution ist die ältere Annahme von Prout, dass diese Ver-bindungen wirkliche Salze der für sich im isolirten Zustande freilichnoch unbekannten Purpursäure seyen, zuletzt von Fritzsche verthei-
') Annal. d. Phys. u. Chem. Bd. XIX, S. 19. — 2 ) Journ. f. prakt. Chem.Bd. XIV, S. 238. — 3 ) Journ. für prakt. Chem. Bd. XVII, S. 42.
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