Pectin. 115
ner mit Pectase Vermischten Pectin] ösung. Diese Säure bildet sichferner aus dem Pectin, wenn solches in der Kälte mit verdünnten kau-stischen oder kohlensauren Alkalien behandelt wird. Sie ist, in kaltemWasser kaum löslich, leichter in siedendem, die Lösung gesteht unterder Abkühlung zu einer Gallerte; in Säuren ist sie vollständig unlös-lich. Mit Basen erzeugt sie gallertartige, nicht krystallisirende Salze,die bei Ueberschuss der Basis leicht Pectinsäure beigemengt enthalten,darum mit überschüssiger Pectosinsäure dargestellt werden müssen; meistvertreten 2 At. Basis 2 At. Wasser, z. B. 2 PbO . C 32 H 21 0 29 , wäh-rend dagegen das Barytsalz die Zusammensetzung 2 BaO . C 32 H 22 O 30zeigte.
Ausser durch überschüssige Basis erfolgt schon durch siedendesWasser eine Umwandlung der Pectosinsäure zu Pectinsäure, desgleichendurch längere Einwirkung der Pectase.
Pectinsäure, syn. pectische Säure, Gallertsäure,2 HO . C 32 B 20 O 28 , scheint nur in geringer Menge von dem pflanzli-chen Organismus gebildet zu werden, entsteht direct aus der Pectosedurch Alkalien, aus dem Pectin entweder durch Einwirkung der Pec-tase, oder durch Digestion mit alkalischen Flüssigkeiten; aus der Pec-tosinsäure, wie oben bemerkt; vollkommen rein und weiss erhält mansie nach folgender Methode: Geriebene und gut ausgewaschene Möhrenwerden mit schwach salzsäurehaltigem Wasser ausgekocht, um die Pec-tose in Pectin zu verwandeln; dieses ist durch Sieden mit einer Lösungvon kohlensaurem Natron in pectinsaures Natron überzuführen. Leiderlässt sich nicht für jeden Fall im Voraus die passende Menge des Al-kali bestimmen, obwohl es von äusserster Wichtigkeit ist, ein gewissesMaass einzuhalten; zu wenig würde nur die Bildung der Pectosinsäureveranlassen, zuviel würde die lösliche Metapectinsäure liefern, was sichimmer durch Braunfärbung der Flüssigkeit bemerklich macht. Daspectinsäure Salz zersetzt man nun mit Salzsäure und wäscht die ge-fällte Säure mit destillirtem Wasser. Um sie endlich von einer gerin-gen Menge stickstoffhaltiger Substanz zu reinigen, muss sie in ammo-niakalischem Wasser gelöst und so lange gekocht werden, bis die an-fangs gelbliche Flüssigkeit sich entfärbt und das Albumin in Gestalteines grauweissen Niederschlages sich ausscheidet, oder, wenn die am-moniakalische Lösung selbst durch mehrstündiges Kochen nicht entfärbtwerden könnte, muss man zu basisch-essigsaurem Bleioxyd seine Zufluchtnehmen, welches, in geringer Menge zugesetzt, sämmtliche stickstoff-haltige Substanz als gelblichen Niederschlag ausfällt. Das Abscheidender Pectinsäure durch Salzsäure und Waschen mit destillirtem Wasserist wie oben jetzt abermals vorzunehmen, worauf das Präparat anfäng-lich bei gewöhnlicher Temperatur im Vacuuni, schliesslich im Luftbadbei 100° C. getrocknet wird. Wollte man ohne Weiteres bei 100° C.trocknen, so würde sich die Pectinsäure mehr oder weniger braun fär-ben, und in die hygroskopische Metapectinsäure übergehen.
Die Pectinsäure ist im getrockneten Zustande holzartig, im feuch-ten gallertartig; sie löst sich nicht in Aether, Weingeist und kaltemWasser, in siedendem kaum: dagegen löst sie sich leicht in alkalischenFlüssigkeiten und, was sehr bemerkenswerth ist, in vielen Neutralsal-zen. Besonders die Ammoniaksalzc der organischen Säuren und dielöslichen pectinsauren Salze vermögen beträchtliche Mengen Pectinsäure
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