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Pectin.
Pectins genannt; es ist gleichfalls mit dem letzteren isomer nach derFormel C H H 48 0 64 . Man gewinnt es aus den früheren Pectinkörperndurch Sieden mit verdünnter Säure, am besten Salzsäure, und Fäl-len mit Weingeist. Die Eigenschaften desselben sind ziemlich die be-reits für Pectin und Parapectin aufgeführten, doch hat es entschiedensauren Charakter, indem es Lackmus röthet und Chlorbarium zufällen vermag.
Wie das Parapectin verliert es bei 140°C. 2 At. Wasser, welchedurch 2 At. Bleioxyd ersetzt werden können, z. B. Metapectin-Bleioxyd= 2PbO ,C 64 H 46 0 62 .
Mit vielen Säuren, besonders organischen, geht das MetapectinDoppelverbindungen ein, die sich in Wasser lösen und durch Weingeistgallertartig gefällt werden. Aus dem Gesagten folgt deutlich genug,dass auch die reinste Pectose durch Erwärmen mit Säuren kein reinesPectin liefern kann, dass dem letzteren immer Parapectin und Metapec-tin, öfter selbst die erwähnten Säureverbindungen beigemengt sind. Dassman eine Zeit lang die Existenz des Pectins überhaupt läugnete undden fraglichen Körper für pectinsauren Kalk halten zu müssen glaubte,hatte seinen Grund in der früher nicht überwundenen Schwierigkeit, dasPectin ziemlich aschenfrei darzustellen.
Fectase. Unter den Verwandlungen des Pectins ist des Ein-flusses Erwähnung gethan worden, welchen die Pectase auf das Pectinausübt; Fremy bezeichnet mit dem Namen Pectase einen stickstoffhal-tigen Körper, eine Proteinsubstanz, welche als Ferment die Umsetzungder Atome auch anderer Körper bedingen kann; wie die Diastase dasStärkemehl in Dextrin, wie die Synaptase das Amygdalin in Bitter-mandelöl, Blausäure u. s. w. verwandelt, so erzeugt die Pectase ausPectin, Pectosinsäure, Pectinsäure u. s. w. Diese Aehnlichkeit in derWirkung suchte Fremy auch durch die Wortbildung auszudrücken.
Die atomistische Zusammensetzung der Pectase ist ebensowenig be-kannt als die der übrigen analogen Fermente.
Die Pectase findet sich in allen Pectose enthaltenden Pflanzen. Zuihrer Darstellung wählt man am besten frische Mohrrüben; man versetztderen Saft mit Alkohol, wodurch die Pectase coagulirt und in Wasserunlöslich wird, ohne ihre Wirksamkeit auf Pcctinsubstanzen zu verlie-ren. Es geschieht diess aber, wenn sie einige Zeit im feuchten Zustandean der Luft liegen bleibt, wobei sie sich schnell zersetzt und mit Schim-mel überzieht, oder wenn sie einige Zeit der Siedehitze des Wassersausgesetzt wird. In demselben Zustande, als sie durch Alkohol aus derwässerigen Lösung, aus dem Safte der Mohrrüben ausgefällt wird, scheintsie auch in manchen Pflanzentheilen zu präexistiren; während sie imSaft verschiedener Wurzeln als lösliche Pectase auftritt, muss sie inunreifen Aepfeln und anderen sauren Früchten, deren Saft, im Gegen-satz zu dem der ersteren, die Pectinlösungen nicht zu verändern vermag,deren Fleisch dagegen ebenso gut wie der Saft der ersteren die Pec-,tinsäuregährung hervorruft, als unlösliche Pectase angenommenwerden.
Pectosinsäure früher Pectosensäure, 2 H O . C 32 H 21 0 29 ,wurde von Fremy das nächste Umwandlungsproduct des Pectinsdurch Pectase genannt; ihre Entstehung verursacht das Gelatiniren ei-
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