(1184) namentlich den Grauspießglanz von Ispahan preist 1 ); Ibn Baitabaus Malaga (gest. 1248), der eine lange Reihe von Zitaten über Stimmiund Kohol zusammenstellt 2 ); ein Ungenannter, nach dem Glanz und Seh-kraft der Augen durch nichts mehr gefördert werden als durch „Koholmit Fliegen verrieben" 3 ); endlich Ibn Al'auwam (um 1150), der auchin der Veterinärkunde allerlei „fein wie Kohol geriebene" Augenheilmittelverschreibt *).
Die Quellen, aus denen das „Steinbuch des Aristoteles" schöpft,verstehen unter dem bei den Krankheiten der Augen, aber auch bei vielerleianderen, so wohltätigen Itmid bald Antimon-, bald Bleiglanz, und die Über-setzer bezeichnen es auch als Itmad, Atmid, Azmet, Ezmit u. dgl. 5 ). Bei denSyrern soll „Tu", das in der Regel Blei (Bleiglanz ?) bedeutet, auch = Kohol,Stibi oder Stimmi sein 6 ); es gehört zu den sieben Steinen, die einen „Geist"(etwas Flüchtiges) enthalten, tritt in sieben Arten von sieben Farben auf')und liefert das „Blei des Kohols" (Alkohls, Alkools, Alchools, Alcofols,Alchofols) 8 ), d. i. metallisches Antimon, das u. a. mit Kupfer die gold-farbige Legierung Schabah (eine Antimonbronze) bildet 8 ). Für Al-tüghrai (gest. 1128), den angeblich unter dem Namen Abteeitjs im Abend-lande frühzeitig bekannten Alchemisten, ist Antimon „ein Stück des Bleiesund hat allermaßen dessen Natur" 10 ), und im nämlichen Sinne sprechenauch die in der „Turba philosophorum" zitierten älteren Meister vom Bleiaus dem Stein Kuhul u ). Nach Qalqaschandi war im Ägypten des12. und 13. Jahrhunderts Augenschwärze eine der wichtigsten Warenund wurde ebenso wie Augenschminke und -salbe pfundweise verkauft 12 ).Alqazwini (gest. 1283) erzählt, daß das so nützliche Antimonium am reich-lichsten in Persien zu Ray (bei Teheran) und in Spanien vorkomme, woselbstein Berg es bei zunehmendem Monde regelmäßig in großen Mengen aus-schwitze 13 ); die Vortrefflichkeit der verschiedenen (mindestens viererlei)Sorten Ithmid aus Ispahan und Spanien bestätigt auch Aldimeschqi (1256bis 1327) 14 ), hält seine Entstehung durch Verbrennen von Schwefel undüberschüssigem Quecksilber bei starker Hitze für erwiesen, gibt jedoch zu,daß es selbst noch weiter vom Feuer verändert werde und u. a. das Eisen„verbrenne" 15 ). Nach Abttleeda (1273—1331) übertrifft seit jeher keineSorte Kohol die von Ispahan 16 ), obwohl auch Spanien und Westafrikavortreffliche hervorbringen 17 ); tatsächlich wird schon in den ersten Zeitendes Khalifats der Kohol von Ispahan, von Ray (bei Teheran) und vom
*) üb. Seidel (Leipzig 1908) 58, 60.
2 ) üb. Sontheimeb (Stuttgart 1840) 1,15; 2, 351. 3 ) E. Wiedemann 43, 115.
4 ) üb. Clement-Muxlet (Paris 1864) 3, 120, 122, 166.
«) üb. Ruska 129, 175. «) Mä. I, 266, 137. ') Mä. I, 161 ff.
8 ) Alle diese Namen finden sich auch bei Pschabib im „Liber de septuaginta"(Arch. 12, 330, 352), sowie im sog. „Liber saceidotum" (Mä. II, 199, 200, 208 ff., 217).
9 ) Mä. I, 155. 10 ) „Geheimer Hauptschlüssel zum Stein der Weisen", üb.Roth-Scholz (Nürnberg 1650) 109.
") „Turba philosophorum" (Basel 1572) 1, 12, 44, 51; 24, 105.
12 ) üb. Wüsteneeld 224, 225. 13 ) üb. Ethe 140, 228, 278, 324, 350.
") üb. Meheen 99, 347, 352. 16 ) ebd. 59, 60. >•) Abulfeda 3, 170.
") Die vom Gebirge Atlas rühmt noch um 1500 Leo Afkicautjs (a. a. O. 770).