11. Eisen.
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eigentlichen Bergleute, Metallarbeiter und Schmiede gewesen 1 ). SpätereEroberer rotteten sie aus, oder verdrängten sie in ferne Gegenden, und dieMitglieder der restlichen, weithin zersprengten Stämme oder Familien,die letzten Träger der alten, sorgfältig geheimgehaltenen Künste 2 ), galtennun als mächtige und gefährliche Zauberer, zugleich aber als häßlicheund mißgestaltete Stammfremde; so wurden sie allmählich zu jenen „Karri-katuren der Stämme, die zuerst Metalle verarbeiteten", denen man beiallen möglichen Völkern unter den Namen von Gnomen, Zwergen, Kobolden,Pygmäen, Daktylen, Kabiren, Kureten, Telchinen, Korybanten, und unterden Gestalten des Ptah, Hephaistos, Vulcan, Mimik, usf. begegnet 3 ).Läßt sich nun auch diese Hypothese weder in ihrer Gesamtheit, nochallen Einzelheiten nach aufrecht erhalten, so muß man doch zugeben,daß ihr ein gewisser berechtigter Kern innewohnt und daß sie insofernedie Erscheinung, zu deren Deutung sie aufgestellt wurde, in manchenFällen wirklich zureichend erklären mag, während in anderen zu bedenkenbleibt, daß viele Völker Verkrüppelte oder Lahme, die aber sonst genügendeKiäfte besitzen, zur Ausübung von Handwerksarbeiten, und so u. a. auchvon Schmiedekünsten, anzuhalten pflegen 4 ).
Sehr beachtenswert ist in den berührten Beziehungen das Verhaltender afrikanischen Stämme, bei denen, wie bereits erwähnt, eine der Eisen-zeit vorausgehende Kupfer- und Bronzeperiode nicht nachzuweisen ist 5 ).Sowohl zahlreiche Negervölker, als auch die Hottentotten, stellen Eisenteils in primitivster Weise durch Erhitzen von Erzen mit Holzkohle inErdgruben dar, teils nach bereits verbesserter durch Schmelzen in (freilichimmer noch sehr unvollkommenen) Öfen mit oder ohne Tonmantel, sowiein tönernen Tiegeln; nach ersterer lassen sich durch sog. „Rennarbeit" ")viele Rasen- und Brauneisensteine, nach letzterer aber auch Hämatit undMagnetit schon von 700° an mehr oder weniger vollständig reduzieren,und zwar zu schwammartigen, fest zusammenhängenden Massen, derenKlumpen mittels Steinen zu einer Art Stabeisen ausgeschmiedet werden.Unentbehrlich ist hierbei in den weitaus meisten Fällen die Anwendungeines (gewöhnlich aus Tierfellen angefertigten) Gebläses, mittels dessen,je nach Erfordernis, 3 bis 6, aber auch bis 40 Stunden lang Luft eingeblasenwerden kann 7 ); das Ergebnis der Schmelzarbeit ist also eine halbfesteEisenmasse, nicht etwa flüssiges Gußeisen, und jenes der Schmiedearbeitim wesentlichen weiches Eisen (Schmiedeeisen) 8 ), wenngleich es an Über-gängen zu härteren Sorten und auch zu Stahl mancherorts nicht fehlt 9 ).Auf diese Weise werden, oft äußerst geschickt, allerlei Gegenstände undWaffen angefertigt, aber auch zum Schmuck dienende Perlen 10 ), Spiralenund Spangen "), schwere Halsringe 12 ), dicke und dünne Drähte 13 ) u. dgl. m.Die in derlei Arbeiten geübten Bewohner eisenreicher Gegenden durch-
*) Lenobmant, „Anf." 1, 68ff., 81, 83. i) ebd. 56 ff. 8 ) ebd. 88.*) Ed. Meyer, „Alt." 2, 109.
*) Lenobmant, „Auf." 1, 56«. «) rennen = rinnen, fließen.
) Lifpebt 224, 226; Preise 94ff., 111 ff., mit Abbildung; Blümneb 4, 49,
69, 207ff., 211, 216; Feldhaus, „Technik" 232, 367 ff.; Gsell 8, 16ff., 19ff., 81 ff.;
Schbader, „Urg." 76ff. «) Preise 110ff.; Blümner 4, 227. 9 ) Preise 121.
10 ) Stoll 125, 465. u ) Stoll 439 ff., 395, 717. 12 ) ebd. 449. «) ebd. 448.
v. Lipproann, Alchemie. qq