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6. Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle.
gedehnten wie willkürlichen Nomenklatur auf zahlreichen Gebieten, istein solches Vorgehen ohne weiteres zuzutrauen. Umgekehrt nimmt er„Metall" keineswegs nur im strengen heutigen Sinne, es ist ihm vielmehr(wie noch so manchen späteren) häufig gleichbedeutend mit Gefördertemoder Mineral überhaupt.
Agricola wendet in seinem Hauptwerke „De re metallica", dasschon um 1530 vollendet gewesen sein soll, aber erst 1550 erschien,das Wort Zink nicht an, scheint aber das Metall als „Conterfey" zukennen 1 ), d. h. als eine „Nachbildung" sei es des Zinns und Silbers, seies (gemeinsam mit Kupfer, demnach als Messing) des Goldes; in denerst nach seinem Tode erschienenen Schriften „De natura fossilium" 2 )und „Bermannus" 3 ) erwähnt er zwar „das, was die Kärnthner und TirolerZink nennen" (quod Norici et Rheti Zincum vocant) und „das, was siein Rauris Zink heißen" (quod Zincum nominant), versteht aber hierunter,der ganzen Beschreibung nach, kein Metall, sondern offenbar eine ArtKies 4 ). Luthers Freund Mathesius sagt 1555 in der 3. „Bergpredigt" 5 ),zu Freiberg habe man „roten und weißen Zink", womit er ebenfalls nurgewisse Erze meinen kann, und auch in des Albintjs „Meißnischer Bergk-chronika" von 1590 ist „Zincken" nur „eine Bergarth, die in Freybergschön roth und weiß bricht" 6 ). Fabbicitjs wieder erklärt 1565 in „Demetallicis rebus" 7 ) das „Cincum" für ein gut gießbares, aber nicht hämmer-bares Metall und mutmaßt dessen Identität mit Antimon, während sichDorn 1583 im „Dictionarium Paracelsi" 8 ) ungefähr ebenso wie sein Meisteräußert, nur noch etwas unbestimmter. Nach des Libavitjs „Alchymia"und den „Commentationes metallicae" von 1597 ist „Zinckum" eine Artweißer oder roter Markasit von der Natur des Kupfers 9 ), und die nämlicheDefinition geben auch noch 1615 seine „ArcanaAlchymiae" 10 ). Inzwischenhatte Libavitjs zwar sowohl das Goslarer Zink kennen gelernt, — er klagtin einem Briefe, daß er sich nicht noch mehr davon verschaffen könne —,als auch das ostindische (ihm 1597 aus Holland zugekommene) Calaem,das er „indisches und malabarisches Blei" oder „malabarisches Zinn"nennt 11 ), aber er blieb im unklaren, ob das Messing Galmei oder Zink ent-halte, und ob Zink und Calaem das nämliche seien oder nicht 12 ); schließlichentscheidet er sich dafür, daß Calaem nicht aus „Conterfey" bestehe,sondern aus Quecksilber, Arsen und Silber, in welches letztere es daherauch überzugehen vermöge 13 ).
*) Beckmann 3, 402. In der Basler Ausgabe von 1629 steht an der fraglichenStelle (329) das von Beckmann zitierte deutsche Wort nicht, wohl aber auf S. 13des (unpaginierten) Index I. der Kunstausdrücke, wo Conterfey ganz richtig jene weißeSchmelze bezeichnet, die in Goslar die Wandungen der Öfen zeitweilig ausschwitzten(s. unten). ') Agbioola, „Opera" (Basel 1558) 368. 3 ) ebd. 432.
*) Vgl. Albintjs „.Meißnische Bergohronika" (Dresden 1590) 138.5 ) „Bergpostilla oder Sarepta" (Nürnberg 1587) 26. 6 ) Dresden 1590, 138.7 ) Zarich 1565, 28. 8 ) Frankfurt 1584, 94.
9 ) „Alchymia" (Frankfurt 1597) 95, 153; „Commentationes" (ebd.) 43, 293.10 ) Frankfurt 1615; 2, 181. u ) ebd. 1,214; 318; 2, 181.la ) ebd. 1, 91, 114, 318.
13 ) ebd. 1, 297, 309; dabei hatte er aber bemerkt (2, 192, 281), daß Calaem beimVerbrennen „flos calaemi" gebe, also Zinkblumen oder Pompholyx!