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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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7. Blei.

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Gtjdea für einen Tempel stiftete x ). Die Assyrer nannten das Blei eben-falls abäru 2 ), besaßen große Mengen davon und verwandten es u. a. zunicht näher aufgeklärten kultischen Zwecken, so daß sich z. B. in einigenGräbern des 13. Jahrhunderts schwere Bleitafeln, darunter solche bis zu500 kg Gewicht, vorgefunden haben 3 ).

Auch in der Ägäis ist Blei bereits während des 3. Jahrtausendsnachgewiesen, desgleichen in Troja, woselbst aus einer tiefen Schicht(von etwa 2S00) die noch sehr rohe Bleifigur einer Göttin zutage gefördertwurde 4 ); ebenfalls wohl vertraut war das Blei dermykenischen Kultur,und bleierne Drähte, Binge usf. zählten nach Beginn des 2. Jahrtausendsnicht mehr zu den Seltenheiten B ).

Die Griechen lernten das Blei anfänglich in Kleinasien kennen,worauf noch die Sage hinweist, daß König Midas von Phrygien es zuerstaufgefunden habe 6 ); reichlicher scheinen es später die Phö dzier eingeführtzu haben, und zwar nach Hekataios, der um 500 v. Chr. schrieb, ausSpanien, woselbst eine Stadt Molybdine jenseits Tartessos lag, eine StadtMolybdana auf der Insel Plumbaria bei Carthagena 7 ), und wo ein Volknamens Plumbarii die lusitanische Provinz Madubriga bewohnte 8 ). ZurZeit des Hekataios war den Griechen auch die Verarbeitung des heimischenBleiglanzes (Molybdaina, Galena) und anderer Blei und Silber führenderErze schon seit längerem geläufig, und sie stellten nach verschiedenen,wenngleich noch recht unvollkommenen Verfahren Blei dar; sie bereitetenferner sog. Werkblei (auch Lithargyrina genannt ?), Bleiglätte (u. a. diegold- und silberglänzende Chrysitis und Argyritis) 9 ), Mennige, Bleiweiß[das auch als Schminke diente 10 ) und über das Theophbast schon un-gefähr dasselbe mitteilt wie Dioskubides] , sowie Schwefelblei, dessenGewinnung durch Brennen von Blei mit viel Schwefel bereits die sog.Schriften des Hippokrates schildern u ). Kleine Bleifiguren aus dem6. Jahrhundert wurden zu Sparta gefunden, etwas jüngere zu Athen 12 ),und die ersten der neu aufgekommenen Münzen sind nicht selten ebenfallsbleihaltig 13 ). Das Metall galt für besonderskalt" und daher schon beiTheophrastos 14 ), aber auch noch bei Galenos 15 ), für besonders geeignetzum dauernden Aufbewahren empfindlicher Salben und Woblgerüche. ImZusammenhange mit seiner großen Kälte steht auch vielleicht, nebender Zuteilung an Osieis und andere chthonische Gottheiten, die Ver-

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x ) En. Meyer,Sumerer" 47. s ) Schbadeb,R. L." 97;Urg." 91 ff.

3 )Gesohichts-Blätter" 1, 66.

*) Ed. Meyer,Alt." 1,670; Fobbeb,R. L." 94; Feldbaus,Technik" 104.Betreff der Cycladen s. Hoebnes,üizeit" 2, 43.

j) Schbadeb,R. L." 97; Fobrer,R. L." 94; Feldhaus,Technik" 104.) Hyginus,Fabulae"; Cassiodorius,Variae lectiones" 3, 31.Jacoby, FW. 7, 2710; Schulten, PW. 8, 2004 ff.

") Plinius, lib. 4, cap. 21.

8 ) K. B. Hoemann,Daa Blei bei den. Völkern des Altertums" (Berlin 1885);Blumneb 4, 142 ff., 169; 155.

10 ) Rhousopoulos,Kahlbaum- Gedenkbuch" 172. ») üb. Fuchs 3, 293.

12 ) Rhousopoulos, a. a. O. «) Blümneb 4, 191, 288.

") FragmentÜber die Gerüche".

16 ) Israelson,Die Materia medica des Galenos" (Dorpat 1894) 107.