Zinnober, Rupferlasur, sowie männlichem und v/eiblichem Arsen, die„fünf Steine" bildet, usf. a ). In Indien sprechen die Fundstücke für einsehr hohes Alter des Kupfers, dessen Gewinnung seit jeher in den äußerstunvollkommenen, jedoch mit einer Art Blasebalg versehenen, kleinenÖfen erfolgt sein mag, die daselbst noch gegenwärtig im Betriebe anzutreffensind 2 ); bemerkenswert ist es, daß noch zu Beginn unserer ZeitrechnungStrabon versichert, die Indier kennten keine geschmiedeten Kupfer-p-efäße, sondern nur gegossene, die beim Hinfallen zerbrächen wie irdene 3 ).Persien besaß reiche Kupfergruben, die während des ganzen Alter-tums und Mittelalters in dauerndem Betriebe standen, dessen noch 629der chinesische Pilger Hitjen-Thsang gedenkt 4 ). Die bei den Aus-grabungen in Susa zutage gekommenen ältesten Werkzeuge und Nägelbestehen aus reinem Kupfer 5 ), dessen erste Darstellung die persische Sagein die fernste Urzeit zurückverlegt und dem völlig mythischen SchahHoscheng zuschreibt; in Fibdtjsis „Schahnameh" heißt es von ihm 6 ):„Erz und Gestein er schied mit Verstand.Zum Werkstoff glänzendes Erz er macht', .Das er zog aus dem Felsenschacht:Er kannt' es, und fing die Schmiedekunst an,Durch die er Beil, Säg' und Axt gewann."Auch in den uralten VoiStellungen vom Weltende, die nach den„Gathas" genannten Verspredigten im „Avesta" von Zaeathtjstba selbst,also wohl aus dem 2. Jahrtausend, herrühren sollen, spielt das Kupfereine wichtige Rolle: neben dem roten Feuer erwähnen sie das rote, lohende,geschmolzene Metall, dessen glühenden Strom die Auferstehenden durch-schreiten müssen, wobei ihn die Guten als ein laues Bad empfinden, während!er den Bösen die furchtbarsten Qualen bereitet'). In der jüngeren Fassungdes „Avesta" tritt dann unter den auch schon den Gathas bekannten sechsiranischen Erzengeln die Gestalt des Schahuewae auf, des „Oberherrnder Metalle", des „Herrn der 7 Metalle", der diese schmilzt, „das Eisen,das Blei und das gemeine Metall" (d. i. das Kupfer); im „Bundehesch"ist er der „Herr der Waffen und der Waffengewalt", in den späterenPehlewi-Texten aber der „Geber des Reichtums", nämlich der Metalle,die Geld und Gut darstellen, und die er am jüngsten Tage durch einherabfallendes Meteor (?) schmilzt, wobei sie die Gerechten wie laueMilch umfangen 8 ).
Bei den Arabern scheint das Kupfer erst nach der Eroberung Persiensweitere Verbreitung gefunden zu haben 9 ); sehr frühzeitig wird ein persischerKlient als Kupferschmied erwähnt 10 ), und zur Zeit des Khalifats sindalsbald große Mengen Kupfer vorhanden, Erzeugnisse Syriens, Kleinasiens,der südöstlichen Küstenländer des schwarzen Meeres, Armeniens, Kermans
x ) Pfizmaieb, a. a. O. 26 ff., 32, 33.
2 ) Ray 1, 77 mit Abbildung auf Tafel 6; Fbeise 125 ff.
3 ) Neumann, „Zeitschrift f. angewandte Chemie" 1907, 2020.*) Hiuen-Thsang 2, 278. 6 ) Beethelot, „Arch." 93, 95.
s ) üb. IIüokeet (Berlin 1890) 1, 9.
) Babtholomae, „Die Gathas des Avesta, Zaeathusteas Verspredigten"(Stuttgart 1905) 28, 108, 124, 128.
8 ) Gbay, A. Bei. 7, 359 ff. ») Keemeb 1, 303. 10 ) ebd. 2, 184.
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