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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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Sechster Abschnitt.(Anhang.)

Zur älteren Geschichte der Metalle.

Einleitung.

Die vorausgehenden Abschnitte boten bereits vielfachen Anlaßzur Erörterung einzelner wichtiger Punkte aus der älteren Geschichte derMetalle; angesichts des innigen Verbandes, in dem diese mit der Entwicklungder Alchemie steht, soll sie aber der vorliegende nunmehr noch in zu-sammenhängendem Umrisse und in etwas erweiterter Form darstellen.Das Hauptgewicht ist jedoch hierbei auf die kulturgeschichtlichen undetymologischen Beziehungen gelegt, während nicht etwa beabsichtigtwurde, aus der Geschichte wohlbekannte Tatsachen zu wiederholen, odernach berg- und' hüttenmännischer, chemischer und technologischer Seitehin auf den ungeheuren Wissensschatz einzugehen, der sich in zahlreichen,ebenso ausführlichen wie gründlichen Werken hervorragender Sonder-forscher niedergelegt findet.

Was den AusdruckMetall" anbelangt, so sei bemerkt, daß diesämtlichen älteren Etymologien dieses Wortes jeglichen Wertes entbehren,die neueren aber ebenfalls noch nicht feststehen oder allgemein anerkanntsind 1 ). Schon vor fast anderthalb Jahrhunderten brachte Gehler, jeden-falls auf noch ältere Quellen hin,Metall" in Verbindung mit dem home-rischen Zeitworte /.ieta)J<äv (metalJän) = aufsuchen, nachforschen 2 ); tat-sächlich entsprechen diesem auch im Griechischen nach Schrader dieHauptworte fiEtallrj (metalle) = Nachforschung und juhakXov (metallon)=Ort der Nachforschung" in ganz gleicher Weise wie es innerhalb derlebenden Sprachen z. B. im Russischen der Fall ist 3 ). In erster Liniebedeutete also Metallon nichts weiter als eine beliebige Grube, in zweiterdann ein Bergwerk (im Armenischen noch jetzt Metalk), in dritter gingder Name von dem Orte auf den Gegenstand der Nachsuchung über,und erst in vierter und spätester auf jene bestimmte Art dpa Gegenstandes,die man unter Metall im heutigen Sinne zu verstehen pdegt 4 ). Wie dieBezeichnungen vieler edler Metalle und Steine, denen man seit jeher

1 ) Schbader,Kahlbaum- Gedenkbuch" 100.

2 ) Gehler,.Physikalisches Wörterbuch" (Leipzig 1787 ff.) 3, 194.

3 ) Schbadee, a. a. O.

4 ) Schbader, a. a. O.; Schrader,Real-Lexikon der indogermanischen Alter-tumskunde" (Stuttgart 1901) 68, 540;Sprachvergleichung und Urgeschichte" (Jeria1907)2,10,124. Weiterhin angeführt alsR. L."undUrg." Schmidt,RealistischeStoffe im humanistischen Unterricht" (Leipzig 1913) 41, 155 ff.