Bemerkungen über einige Alehemisten usf.
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Gold lötenden Mineral Chrysokolla das ebenso benannte Gold hervor-bringende Wundermittel*); aus dem agQevixöv oder ägoevinöv, d. i.„Arsen" 2 ), das gleichlautende „männliche" (seil. Prinzip); aus dem silber-oder goldglänzenden Stein „Androdämas", den die Magier Zorn und Wutder Menschen besänftigen ließen 3 ), der giftige (aus stark arsenhaltigemPyrit bestehende), ,Androklästes" = „Menschenvernichter" 4 ), „der bei denÄgyptern zugleich das so höchst gefährliche 63. Lebensjahr bezeichnet" 5 ),usf. In ganz analoger Weise betrachtet man die der Metallverwandlung-dienenden Gefäße, Sublimations- und Destillations-Apparate als „Tempelder Metall-Götter" 6 ); die „Toten" (= die vier unedlen Metalle) sinken„wie Blei" in ihre Tiefe, den „Hades", den „Abyssos", den „Abgrund desChaos"; sie werden dort wiederbelebt durch das „göttliche Wasser" =„Wasser des Lebens"; sie gelangen, von seinem Pneuina erfüllt und neu-beseelt, zur „Auferstehung"; es vollendet sich die „Erhebung der Wolke",xdzco-ävco, zum Oberteile des Kolbens, zur „Höhe des Firmamentes", zum„Deckel des Knuph"; die Elemente ordnen sich im „Gefilde der Ent-stehung" zu einem neuen Wesen, und dem „Priester", der die „Toten"gewickelt, der Taricheia unterworfen und der „hermetischen" Kunst gemäßzur „rechten" Zeit mit den „heiligen Wässern" behandelt hat, wird endlichdie Genugtuung, sie dem „Grabe" in der „verklärten" und verjüngtenGestalt „Neugeborener", als „Vollendete" (reXeioi), entsteigen zu sehenund so mit Hilfe der „Gnade von oben" das große Werk der Verwandlungglücklich vollendet zu haben, — natürlich allem des wissenschaftlichenInteresses wegen und ferne jeder eigennützigen Absicht. >
6. Bemerkungen über einige Alehemisten und ihre Schriften.
a) Pseudo-Demokritos.
Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß das Hervorgehender Gestalt des Pseudo-Demokritos als Magiers, Astrologen, Wunder-arztes, Alehemisten usf. aus jener des ebenso scharfsinnigen wie natur-
*) Bei Hippokrates (um 430 v. Chr.) ist Chrysokolla = Malachit (üb. Fuchs3, 311, 447), d. i. ein Kupfercarbonat, dessen man sich tatsächlich zum Löten desGoldes bediente; aus der römischen Kaiserzeit wird berichtet, daß Nero den Zirkusstatt mit Sand mit Chrysokolla bestreuen ließ, um sich als Anhänger der Partei der„Grünen" zu bezeichnen, und daß auch wilde Tiere mit Chrysokolla, Zinnober, Purpurund Scharlach gefärbt in den Zirkusspielen auftraten (Friedlaender 2, 343, 405).Späterhin ging der Namen Chrysokolla auf die verschiedensten zum Löten dienlichenSalze über (Kopp, „G." 3, 336; 4, 167), daher bereitet z. B. Paulos Aigineta (7. Jahr-hundert) Chrysokolla = Goldloth aus dem Harn kleiner Knaben, — offenbar ausden in ihm enthaltenen Phosphaten (lib. 7, cap. 3; üb. Berendes, Leiden 1914, 698,735).
2 ) Nies, PW. 2, 1272.
") Krause, „Pyrgoteles" (Halle 1856), 80, 107; Blümner, PW. 7, 2216;Plinius, lib. 36, cap. 146ff.; Isidorus Hispalensis, lib. 16, cap. 4, 17; Marbod(1035—1123), „Liber lapidum", ed. Beckmann (Göttingen 1799), 77.
*) Kopp, „Beitr." 499; Berthelot, „Ma." I, 20.
s ) Firmicus, lib. 4, cap. 14; Salmasius, „De annis . . ." 56, 98; Hoffmann523; Bouche-Leclercq 528. Die „Gefahr" liegt darin, daß 63 = 7 X 9 ist, also dasProdukt dieser beiden, schon an sich sehr verdächtigen Zahlen. 6 ) Hoffmann 525.