Die Entstehung der Alchemie.
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frühzeitig die Kundigen in Versuchung führen, sowie ihre Neigung zu jenenUnredlichkeiten fördern mußte, über die schon Plinius klagt 1 ), und deret-wegen nach Artemidoros Träume von Goldgießern auf Hinterlist undTücke hindeuten, „wegen der mit den getriebenen Arbeiten und den kunst-vollen Halsketten verbundenen Betrügereien" 2 ); solche wurden übrigensnoch ganz besonders durch die althergebrachte Gewohnheit begünstigt,daß Gold- und Silber-Schmiede in der Regel nur auf Bestellung arbeiteten,wobei ihnen der Auftraggeber die erforderlichen Materialien zu liefernhatte 3 ).
2. Die Entstehung der Alchemie.
Aus den im vorigen Abschnitte dargelegten Tatsachen, nämlich derEntwicklung einer nach vielen Richtungen hin weit vorgeschrittenenTechnik, der Kenntnis systematisch ausgebildeter Verfahren zum Ersätzekostbarer Metalle, Edelsteine und Farbstoffe durch minderwertige Nach-ahmungen, sowie der Ausübung der mit echtem und falschem Materialarbeitenden „Künste" in den Tempel-Werkstätten, folgerten bereits dieSchriftsteller des 16. und 17. Jahrhunderts, — so unbestimmt sie auch nurüber alle Einzelheiten unterrichtet sein konnten —, daß der Ursprung derAlchemie im Bereiche der ägyptischen Gotteshäuser zu suchen sei; dieseAnsicht hat sich zwar als verschiedener Abänderungen bedürftig, im wesent-lichen aber als richtig erwiesen.
Ohne auf die Äußerungen der älteren Autoren einzugehen, unterdenen auf das rühmlichste Salmasius (Saumaise) hervorragt, der dieManuskripte der Pariser Bibliothek von 1610 bis 1615 eingehend durch-forschte 4 ), sei hier nur an die Darlegungen von Wiegleb, Moehsejt,Sprengel, Schmieder, Chbvretjl, Hoefer, Kopp, Piguier, Hoffmann,Berthelöt und Riess erinnert, die, mit dem Jahre 1777 einsetzend undbis zur Gegenwart herabreichend, übereinstimmend zum Schlüsse führen,daß als Ausgangspunkt der Alchemie die Metallurgie und des näherendie chemische Technik der Edelmetalle und ihrer Surrogate anzusehensei. Bereits Wiegleb erklärt durchaus zutreffend 5 ), die Gewinnung desGoldes sei bei den alten Ägyptern, als alleiniges Vorrecht der Könige,nach gewissen geheim zu haltenden Verfahren erfolgt, habe aber stetsnur als eine xaraoxevrj (Kataskeue, Aufbereitung) gegolten, niemals alseine ydveaig (Genesis, Neuentstehung) oder ßeraßo?,rj (Metabole, Um-wandlung), und ebensowenig sei dies anfänglich betreff der durch „Färben"von Kupfer herstellbaren Legierungen der Fall gewesen 6 ). Auch Che-vreul 7 ), Hoefer 8 ) und Kopp 9 ) sind der Ansicht, daß alle späteren Ent-
2 ) Artemidoros, „Traumbuch" lib. 1, eap. 51.
*) Blümner 4, 308 ff.3 ) Reil 53 ff., 56.*) Schmieder, „Geschichte der Alchemie" (Halle 1832), 65.) „Historisch-Kritische Untersuchung der Alchemie" (Weimar 1777), Vorr. 12,15; 187 ff., 193 ff. «) ebd. 74 ff., 156.
') „Histoire de la matiere" (Paris 1878), 82.
8 ) „Histoire de la chimie" (Paris 1866), 1, 36 ff.
») „Gesch." 1, 44; 2, 152, 155, 165; „Entw." 5; „Beitr." 86, 89.
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