Synesios.
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Synesios erwähnt, daß sich Demokbitos joner persischen Methodenbediente, die er von Ostanes erlernte, dem Verkündiger der großen Wahr-heit „Die Natur freut sich an der Natur, usf." l ). Die Natur der Stoffe istin ihrem Inneren verborgen (fj (pvoiq evdov xsxQvnrai), und es ist eiforder-lich sie herauszukehren (tpegeiv e^co) 2 ), was durch das Werk (ngäyfia,Prägma) geschieht, indem man erst eine Verflüssigung, dann aber wiedereine Festigung und Fixierung der Substanzen herbeiführt 3 ). Zur ersterenbedient man sich u. a. der Lösungen und Schmelzen (vdara) von Nitron(vixqov), Weinstein (cpexlrj) und anderen Pflanzenaschen (<modoxQ<i[ißri;wörtlich: verbrannter Kohl) 4 ), — also der Alkalien —, während dieFestigung durch i^rjöaTmaig erfolgt, d. h. durch Entwässerung und Aus-treibung der flüssigen Teile 5 ). Die Fixation endlich erfordert die Beigabegewisser Zusätze, die bald „Metalloiosis", d. i. Transmutation, bald „Metal-leüosis", d. i. Metallisierung [zu Edelmetall] bewirken 6 ); sie bestehen ausSchwefel, Auripigment [ägaevLxdv £av&6v = gelbem Arsen], göttlichemWasser, oder jenen beiden Quecksilbern, die nach Hermes „Zweierlei sindund doch nur Eines", dem Weißenden aus Arsen und dem Gilbenden ausZinnober 7 ). Mit Recht behauptete Pibechios, daß das Quecksilber diegrößte Affinität zu aUon Körpern habe: denn tatsächlich zieht es allesan sich, nimmt die Psychen und Pneumata, aber auch die Hylen beliebigerStoffe ganz ebenso in sich auf, wie Wachs beliebige Farben, digeriert undkocht sie zurecht, fixiert sich samt ihnen auf den Metallen der Tetrasomie,denen es die „Substanzen" der Trockenheit und der richtigen [z. B. gelben]Farbe zuführt 8 ), und geht mit ihnen unter Veränderung seiner oigenenNatur eine unlösbare Verbindung ein; es vermag die „Form und Gestalt"aller Substanzen anzunehmen und bildet domgemäß ihre nur dem An-scheine nach fortwährend wechselnde, in Wirklichkeit aber stets gleich-bleibende und beharrende, einheitliche Grundlage 8 ), [d. i. die Materiaprima, der „Mercurius philosophorum" der späteren Alchemisten].
Die Umwandlung der Metalle, die Diplosis, durch die man auchunedle Metalle in die nächstverwandten edleren überführt 10 ), die Ge-winnung der flüchtigen Geister und „Blüten" aus pflanzlichen und inanaloger Weise aus mineralischen Stoffen 11 ), usw., erfordern eine Anzalübesonderer Vorrichtungen, z. B. die verschiedenen Arten der Kerotakis,der Thermospodien (Aschenbäder), in denen man die Erwärmung undCalcinierung, sowie die Wiederbelebung des Calcinierten durch den Einflußder Wärme (äva£c07iVQr]ot,g) vornimmt 12 ), sowie der Destillations-Appa-rate 13 ). Bei den guton Apparaten dieser Art trägt [laut beigefügter Abbil-dung] ein Dreifuß das Gefäß (Mßrjg), in dem mittels Asche der Kolbon(ßordgiov, IwTidg) vorsichtig erhitzt wird, die Dünste aber steigen aus ihmdurch ein dicht eingepaßtos Rohr in den metallenen oder gläsernen Helm(cpidlr], xalnelov), der die Gestalt eines Kopfes oder auch einer weiblichen
!) Coli. II, 58, 61. 2 ) ebd. II, 60. 3 ) ebd. II, 59. ") ebd. II, 59, 67.5 ) ebd. II, 58. 6 ) ebd. II, 59. 7 ) ebd. II, 59, 64, 61, 62.8 ) Die Betrachtung solcher Eigenschaften als „Substanzen" (Hylen) entstammtder stoischen Schule. ») Coli. II, 62 ff., 64, 66; III, 70; Or. 273. 10 ) Coli. II, 68.11 ) Intr. 286. 12 ) Coli. I, 164; II, 59. 13 ) ebd. I, 164; Intr. 164 ff.
v, Lippmann, -Alchemie. 7