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Das Material, dessen sich der „Philosoph" bedient, ist „unser Kupfer"und „unser Blei". Unter „unserem Kupfer" sind die vier Körper Kupfer,Eisen, Blei und Zinn zu verstehen 1 ), unter „unserem Blei" bald das„schwarze Blei, /udlvßöog /uelag" 2 ), bald /uolvßdog r)juersQog [d. i. Antimon],dessen Schmelze man auch „schwarze Brühe", „schwarzen Saft" nennt 3 );nur mittels „unseren Bleies" läßt sich die Mischung anfertigen, die entwederMagnesia heißt, oder Molybdöchalkos (wörtlich: Bleikupfer), oder auch/iäCa (Maza = Teig, Brot) *); sie enthält die vier Metalle der Tetrasomie[also Kupfer, Eisen, Blei, Zinn], ist eine „Viereinigkeit" (rä de xeaoaqa ev —Viere in Einem) und heißt daher auch „Ei der Philosophen", „philo-sophisches Ei" 5 ), [weil auch das Ei die Einheit von vier Bestandteilendarstellt: Eischale, Eihaut, Eiweiß, Eigelb].
Unter den Stoffen, mit denen unser Blei und Kupfer behandelt und„verbrannt" werden muß, sind die wichtigsten: der Schwefel, der in derHitze von selbst verdampft und dabei alles färbt, welche Eigenschaften,nämlich Flüchtigkeit und Färbevermögen, er aber mit „allen Schwefeln"teilt 6 ); das Quecksilber, sowie die arvnrrjQia arQoyyvXr] = rundlicherAlaun, [das sind Bröckchen der aus den Arsensulfiden gewonnenen Arsenig-säure] 7 ); das göttliche Wasser, — „Wasser" kann stets Lösung oder Schmelzebedeuten —, hergestellt aus der aWalr] (Aithäle = Ruß, Rauch) von schwefel-oder arsenhaltigen Substanzen, auch unter Zusatz von Chälkanthos (Vitriol),„Galläpfeln", oder „Kiki" [äg. = Ricinus; beides offenbar Decknamen],das Silber schwärzend [durch seinen Schwefelgehalt], das Kupfer undBlei weißend oder gilbend, je nach seiner Bereitung 8 ); das schwefelhaltigeStimmi [Antimonsulfid] 9 ); Alabastron [vermutlich ein weißes Antimon-oxyd] 10 ).
Wie für den Menschen die Nahrung dann passend und förderlich ist,wenn sie aus Festem und Flüssigem so gemischt wird, daß er sie gut beisich behalten und verdauen kann, so ist dies auch beim „Kupfer" derFall: richtig ernährt „gedeiht" es, und auch seine Wangen „röten" sichin der rechten Weise 11 ). Dies vollzieht sich in den vier Phasen der Schwär-zung, Weißung, Gilbung und Rötung, die anzusehen sind als die „egyarov M&ov", die „Wirksamkeiten des Steines" 12 ), [d. h. des vom Philosophenbereiteten Präparates, dessen Pulver er einstreut, wodurch er die Um-wandlung bewirkt]. Das Wesen der Letzteren besteht in einer Vermählung,in der „Vereinigung des Weiblichen und Männlichen", — das Wort aQQrjvoder aQOr]v (Arsen) hat hierbei den Doppelsinn „Männliches" und „Arsen" —,denn „die Natur freut sich an der Natur" usw. ls ); nach dem Berichtedes schon erwähnten Al-Habib lehrte Maria, daß durch Verbindung desWeiblichen und Männlichen, des dunklen Menstrualblutes und des weißenSpermas, ein wahrer Fötus entstehe, der neun Monate zu seiner Reifungerfordere und als „Keim, Ei, Menschlein, Neugeborenes, usf., zehntausendund mehr Namen trage" 14 ).
!) Coli. IL 146, 170. 2 ) ebd. II, 92. s ) ebd. II, 93, 94.
*) ebd. II, 192, 197. 6 ) ebd. II, 96.
«) ebd. II, 148, 149; Mä. I, 242. ') ebd. II, 172; III, 172.
8 ) Coli. II, 157. ") ebd. II, 99, 103. 10 ) Mä. I, 281. «) Coli. II, 170.
12 ) ebd. II, 199. 13 ) ebd. II, 103, 171. ") Mä. III, 92 ff., 109; III, 97, 91.