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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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1. Abschnitt: Die Überreste der alchemistischen Litteratur.

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Wahrheit zink-]haltigen Kadmia Kleinasiens und Thraziens 1 ). So wieman Wolle in einer Lösung von Alaun und Teig (/ud^a, Mäza) des Fukus-Extraktes zu Purpur, und so wie man Glasflüsse zu Edelsteinen und Perlen„färbt", so hat man auch beim „Blei" zu verfahren, und das Quecksilbermit Schwefel, Arsen, italischem Stimmi, Magnesia u. dgl. zu fixieren undzu tingieren 2 ). Die richtig bereitete Masse, die als Streupulver die Ver-wandlung der unedlen Metalle in Silber und Gold bewirkt, ist ein Stein,aber auch kein Stein, sie hat nur einen Namen, aber auch zahllose geheimeund offenbare, sie ist überall und nirgends, billig und teuer, schwer zu findenund doch so gemein, daß man sie auf den Düngerhaufen wirft, usf. 3 );sie ist „das Werk der großen Philosophen", „die Wundertat der Kunst",und heilt, entsprechend angewandt, auch alle Krankheiten *).

Die Vermehrung der Edelmetalle geschieht durch „Diplosis", zu derman Kupfer, Zinn, Blei, Antimon und cyprisches Quecksilber benützt 5 );ferner auch Klaudianon und sonstige Legierungen 6 ), sowie noch andereZusätze, z. B. Kaiais [hier einekupferhaltige Substanz ? ] oder das schön weißeAlabastron [vielleicht ein Antimonoxyd?] 7 ). Vergoldung nimmt manmittels Goldamalgam -vor, denn das Quecksilber löst Gold leicht auf unddient daher auch zum Ausziehen der Goldreste aus der Asche alter gold-gestickter Kleidungsstücke 8 ); mittels Galle, glänzender Firnisse u. dgl.bewirkt man ebenfalls Vergoldung, und auf derlei Weise lassen sich, nebenden echten Gold- und Silberschriften, auch unechte, weniger dauerhafte,herstellen 9 ). — Will man sich einer Geheimschrift bedienen, so schreibtman mit Galläpfelauszug auf x^6 r V (Karte, Papyrus) und läßt trocknen;erst beim Befeuchten des anscheinend leeren Blattes mit einem Auszugaus Misy treten die Züge lesbar hervor 10 ), [indem sich das im Misy vor-handene Eisen mit der Gerbsäure der Galläpfel verbindet].

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Wie aus dem Angeführten ersichtlich ist, enthalten die vorgeblichenWerke des Dbmokritos, — denn daß unter seinem Namen auch seineSchüler schrieben, wird ausdrücklich zugestanden 11 ) —, in dieser syrischenEinkleidung zahlreiches erst nachträglich seitens der Übersetzer und Be-arbeiter Eingefügte, und erweisen sich daher als Pseudepigraphen zweitenGrades. Sie berufen sich auf Autoren, die wie Zosimos, Pibechios undKbates einer späteren Zeit angehören 12 ); sie benützen aus Syrien, Per-sien und Arabien stammende, und oft in den Sprachen dieser Länderbenannte Präparate, z. B. Wars (ein hellgelber Farbstoff) 13 ), Markasit(= Pyrit) 14 ), „persisches Arsen" und „persische Tochter" 15 ), Schwefel ausIrak 16 ), Schakk (arab. = Arsen) 17 ), Kohol (arab. = feines Pulver) 18 ), „Cheli-donium, arabisch Kurkuma geheißen" 19 ); sie vergleichen die Krystalle desSublimates (Quecksilberchlorides) mit denen des Kandiszuckers 20 ), der vor

x ) Mä. I, 283. 2 ) ebd. I, 274, 83, 288. 3 ) ebd. I, 270, 273. 4 ) ebd. I, 269.

5 ) ebd. I, 290. «) ebd. I, 281. 7 ) ebd. I, 287, 281.

8 ) ebd. I, 275, 276; dieses Verfahren empfiehlt schon zu Beginn unserer Zeit-rechnung Vitbuv. 9 ) ebd. I, 275 ff. 10 ) ebd. I, 275. u ) ebd. I, 278.

I2 ) ebd. I, 85, 278. 13 ) ebd. I, 138, 204. 14 ) ebd. I, 65. 16 ) ebd. I, 77, 62.16 ) ebd. I, 77. ") ebd. I, 80. 18 ) ebd. I, 53, 63. 19 ) ebd. I, 44. 2 °) ebd. I, 6S.