Bearbeitung darin habe ich abgesehen, bis auf einige Beobach-tungen und Erfahrungen bei Ausübung der Kunst. Benutzt habeich eine Anzahl berühmter Autoren, in erster Reihe Oreibasios,der auch selbst ein grosses Werk, eine Art Blüthenlese verfassthat, in dem wir einen Abriss der gesarnmten Gesundheitslehreüberkommen haben, er lebte nemlich nach Galen und ist einerder Jüngeren. Aus diesen habe ich das Beste gesammelt und, sogut es ging, nichts über die Krankheiten ausser Acht gelassen.Denn die aus siebzig Büchern bestehende Sammlung ') des ge-nannten Oreibasios begreift in sich die gesammte Grundlage derKunst, ist aber so vielzeilig, dass sie nicht leicht von allen be-schafft werden kann '-). Ein Auszug daraus für seinen Sohn Eusta-thios übergeht aber gänzlich viele Krankheiten und behandeltbei den übrigen die Sache nur mangelhaft, indem er theils dieUrsachen, theils die Diagnosen, oft sogar die nöthige Behand-lung nicht angibt. Das vorliegende Werk dagegen gibt die Dia-gnosen, die Ursachen und die Behandlung aller Krankheiten dergleichartigen Theile 3 ), der Organe, und was bei der Trennungdes Zusammenhängenden zu beobachten ist 4 ), und dieses nichtnur summarisch, sondern in aller Ausführlichkeit. Zunächst be-handle ich aber die ganze hygienische Diaetetik und zuletzt danndie Lehre über die einfachen und zusammengesetzten Heilmittel.
') Synagogai.
2 ) Die Alten schätzten den Werth der Bücher nach der Zahl der Zeilen,die auf eine begrenzte Seite gingen.
3 ) 'oiioio/i£(Sv, opycu/müv, die ersteren, Blut, Serum, Faserstoff, Mark, Fett,Samen, Milch, Fleisch, Haare, Knochen etc. aus den Elementen entstan-den, bilden durch Kombinationen die Organe, Aristoteles, de animal. i;bei Galen sind die gleichartigen Theile (yho$ öfiotoftzpis) die Gewebe.
4 ) h Xvirsi aws'xfiias &£wp«v^/vwv scheintauf die Chirurgie sich zu beziehen,