490
nickend, von mehreren ungleichgrossen Hochblättern umgeben. Hülle fast halbkugelig; dieinneren Hüllschuppen dachig, wenigreihig, lineal, mit trockenhäutiger, gezähnelter Spitze,fast 2 mm breit; die äusseren mit länglich-spateliger, zurückgebogener, blattartiger Spitze.Blüten gelb, alle röhrig-trichterförmig, oberwärts drüsig. Scheibenblüten zwitterig, röhrig.Randblüten weiblich, fädlich; zungenförmige Blüten fehlend. Früchte 5 mm lang, gerieft,in einen runzeligen, klebrigen Schnabel verschmälert (Fig. 247b), ohne Pappus.— VII bis IX.Selten an lichten Waldstellen, an abgeholzten Stellen, in Gebüschen, an Weg-rändern, zwischen Gestrüpp, an feuchten, schattigen Plätzen (gern in der Nähe von Ort-schaften). Sehr zerstreut in Süd deut schland, inOesterreich und in der Schweiz.
In Deutschland einzig in Bayern im Inn- und Donaugebiet bei Laufen, Simbach und Jochensteinunterhalb Obernzeil bei Passau. In Oesterreich in Tirol (Cles ca. 700m, um Bozen, Val Vestino, Trient,Grigno, Borgo, Tezze, Barco, Arco, Riva), in Oberösterreich (Linz [ehemals], Donauleiten bei Jochenstein),in Niederösterreich (an der Ybbs bei Rosenau, ehemals auch bei Hütteldorf und Radelberg), Steiermark(Voralpe bei Altenmarkt, Graz, Gleichenberg, St. Benedikten, Pettau, Marburg, Windisch-Feistritz, Ankenstein,St. Barbara, Prassberg), Krain (zerstreut bei Laibach, bei Jarse nächst Mannsburg, in Innerkrain bei Ober- undUnteridria, bei Schwarzenberg und im Wippachtal bei Sturija und Ustje, in Unterkrain bei Nassenfuss,Trebelno, Weisskirchen, St. Kanzian, Aoch, Rovise, Bucka, Ratschach), sowie im Küstenlande. In der Schweiznicht selten im Wallis (zw. St. Gingolph und Bouveret, Evouettes, Vionnaz, Monthey, Martigny, Fully, Naters,Gondo), im Tessin (mehrfach im Süden, auch noch bei Aquila im Blegnotal), in der Waadt (Genfersee),im Berner Oberland (Interlaken, am Brienzersee zwischen Bönigen und Iseltwald, am Ballenberg und bei Brienz),in den Urkantonen (Ortbahn und Binzenegg bei Morschach, bei Seedorf, lllgau bei Schwyz) und in Graubünden(vereinzelt zwischen Ragaz und Valens; hier 1835 von Dr. Zollikofer entdeckt).
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (von Spanien bis zum Schwarzen Meer),vereinzelt in Oesterreich-Ungarn und im südöstlichen Bayern; Kaukasus, Transkaukasien,Armenien (Japan ?).
Carpesium cernuum, welche Pflanze in der Tracht dem Bidens cernuus L. var. discoideus DC. ähnlichsieht, ist wie Tunica Saxifraga (Bd. III, pag. 316), Lychnis Coronaria, Astragalus Cicer, Potentilla rupestris,Scorzonera Austriaca etc. ein pontisch-mediterraner Typus, der im Donaugebiet bis in die untere bayerischeHochebene hinaufreicht. Aehnliche „xerotherme Kolonien" finden sich auch nördlich der Alpen auf der SchweizerHochebene (bei Interlaken, am Brienzer- und Vierwaldstättersee). Hier verhält sich Carpesium cernuum ähnlichwie Cyperus longus (Bd. II, pag. 14), Helianthemum Fumana, Primula acaulis, Asperula Taurina (Bd. VI,pag. 200) etc.
DCCXXXXIII. Buphthälmum 1 ) L. Ochsenauge.
Früchte der randständigen Blüten dreikantig mit geflügelten Kanten. Pappus kurz,in kleine Börstchen zerschlitzt. Antheren am Grunde ohne bärtiges Anhängsel. Laub-blätter lanzettlich. Sonst wie Telekia (pag. 492).
Die Gattung umfasst ausser unserer Art einzig noch das in Sardinien heimische B. inuloi'des Moris.
447. Buphthälmum salicifölium L. (= B. grandiflorum L.). Gemeines Ochsen-auge, Rindsauge. Franz.: Oeil de boeuf; engl.: Ox-eye; ital.: Buphthalmo. Taf. 263, Fig. 1.
Im Zürcher Oberland heisst die Pflanze Sonnenwirbel.
Pflanze 15 bis 70 (150) cm hoch, ausdauernd. Wurzelstock walzenförmig, knotig,schief. Stengel aufrecht, einfach, einköpfig oder ästig-mehrköpfig, abstehend-weichhaarigbis fast kahl. Laubblätter beiderseits ± anliegend kurzhaarig, mitunter selbst etwas seidig,ganzrandig oder schmal gezähnt; die untersten verkehrt-eilanzettlich, in den langen Stielallmählich verschmälert, die folgenden länglich bis lanzettlich, spitz, gegen den Grundzugeschweift verschmälert, die oberen lanzettlich, spitz, mit verschmälertem Grunde sitzend.Köpfchen einzeln, am Stengel oder an den Zweigen endständig, 3 bis 6 cm breit. Hülle
') Vom griech. ßovg [bus] = Rind, Ochse und öqp'&a/.ßög [ophthalmös]Dioskorides Name von Chrysanthemum coronarium.
Auge. Bei Plinius und