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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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blätter lanzettlich, am Grunde nicht herzförmig, + deutlich parallelnervig, unterseits behaart (Mähren, Nieder-österreich). 8. Inula ensif olia L. X I. spiraeifolia L. (= I. Iitorälis Borbäs). Laubblätter lanzettlich,dem Stengel fast anliegend, mit zahlreich vorspringenden Quernerven. Köpfchen klein. Hüllblätter mit spatei-förmigem (nicht lanzettlichem) Spitzchen (Südtirol: Lavini di S.Marco), 9. Inula Oculus Christi L. XI. Conyza DC. (= I. sua veol ens Jacq., = I. intermfxta J. Kerner). Ganze Pflanze weich filzig. Stengelvon der Mitte an ästig. Untere Laubblätter in den Stiel verschmälert; die oberen mit verschmälerter, etwasstengelumfassender Basis sitzend. Zungenblüten die Hülle um 4 bis 5 mm überragend (Niederösterreich).

DCCXXXXI. Pulicäria 1 ) Gaertner. Flohkraut. Franz.: Pulicaire, chasse-puce; engl.: Fleabane; ital.: Pulciaja, incensaria.

Krautige, meist reichästige, einjährige oder ausdauernde Gewächse mit flaumigerbis filziger Behaarung. Laubblätter wechselständig, ungeteilt. Köpfe meist zahlreich,klein bis ziemlich gross, heterogam. Hüllschuppen vielreihig, dachig angeordnet. Blüten-boden nackt, ohne Spreublätter. Scheibenblüten zwitterig, mit röhriger, fünfzähniger,dottergelber Blumenkrone (Fig. 246 d). Randblüten weiblich, mit zungenförmiger, oft fastfädlicher, dottergelber Krone (Fig. 246c). Pappus zweireihig; die äussere Reihe eingekerbtes oder borstig-zerschlitztes, kurzes Krönchen bildend (Taf. 262, Fig. 4 a), dieinnere Reihe aus 5 bis vielen (5 bis 20) einfachen Borsten gebildet. Griffel abgestutzt, imobersten Drittel der Aussenseite mit kurzen Fegehaaren. Griffeläste an der ganzen Innen-seite mit Papillen besetzt.

Die Gattung umfasst etwa 45 Arten, die im Mittelmeergebiet (P. odöra Rchb., P. Hispänica Boiss.,P. Sfcula Mor.) heimisch sind. Zwei Arten (nr. 444 und 445) reichen bis ins nördliche Europa, einige bis zumAltai, bis nach Ostindien und Tibet; zwei Arten kommen in Südafrika, 5 bis 10 Arten in Arabien, ca. 15 imtropischen Afrika vor. Einige Arten, wie z. B. P. unduläta L., sind für das ägyptisch-arabische Wüsten-gebiet charakteristisch. Adventiv wurde Pulicäria Aräbica (L.) Cass. aus Spanien, Südwestasien undAegypten 1910 bei Solothurn in der Schweiz beobachtet. Die Blütenköpfe von P. dysenterica sind gyno-monoecisch. Durch Zuchtwahl von geeigneten, zur Unisexualität neigenden Exemplaren ist es Girard ge-lungen, eine vollkommen reine dioecische Rasse zu erzielen. In den rein weiblichen Blüten waren dann zu-weilen 3, 4, ja sogar 5 Griffel ausgebildet. Als Seltenheit wurde auch eine schneckenförmig gekrümmteStengelfasciation beobachtet. Die Gattung Pulicäria steht der vorigen sehr nahe, unterscheidet sich aber vondieser vor allem durch den doppelten Kelchsaum.

1. Stengelblätter am Grunde herzförmig. Zungenblüten viel länger als die Scheibenblüten.

P. dysenterica nr. 444.

1*. Stengelblätter am Grunde nicht herzförmig. Zu.igenblüten kaum länger als die Scheibenblüten.

P. vulgaris nr. 445.

444. Pulicäria dysenterica 2 ) (L.) Gaertner (= Inula dysenterica L., = Aster dysen-tericus Scop.). Ruhr würz, Grosses Flohkraut. Franz.: Herbe de Saint Roch; engl.:

Fleabane; ital.: Mentastio. Taf. 262, Fig. 4.

Die Pflanze heisst im nördlichen Braunschweig Dummerjan, in der Schweiz Wildi Wasser-Münz (Aargau), Gäli Münza (Churfirstengebiet).

Pflanze (2) 20 bis 60 cm hoch, ausdauernd. Wurzelstock walzenförmig, ästig,kriechend, kurze Ausläufer treibend. Stengel aufrecht, wollig-flaumig, oberwärts oder schonvon der Mitte an reichästig-vielköpfig, dicht wollig-flaumig. Laubblätter oberseits flaumigoder fast kahl, unterseits grauflaumig bis fast filzig, spitz, ganzrandig oder gezähnelt; dieunteren länglich oder lanzettlich, mit verschmälertem Grunde sitzend, die mittleren undoberen eilänglich bis länglich, mit herzförmigem, stengelumfassendem Grunde sitzend.

J ) Vom lat. pülex = der Floh; weil das getrocknete aromatisch riechende Kraut ehedem als Mittelgegen Ungeziefer (Insektenpulver) verwendet wurde. Die Pulicäria der Römer war übrigens derFlohsame''Plantago Psyllium L. (vgl. Bd. VI, pag. 179).

2 ) Das Kraut wurde früher als Heilmittel gegen Ruhr (Dysenterie) verwendet.