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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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412. Erigeron glandlilÖSUS Hegetschw. (= E. Schleichen ') Gremli, = E. Villärsii Bell. var.albus Gaud., = E. alpi'nus L. var. rupestris Gremli, = E. mixtus Arvet-Touvet, = E.Khekii Murr, = E. Breünius Murr, = Trimörpha alba Vierh.). Felsen-Berufskraut.

Fig. 224 e bis h.

Pflanze (3) 10 bis 26 (30) cm hoch, ausdauernd, schwächer und armdrüsiger alsnr. 411. Wurzelstock walzenförmig, knotig. Stengel ± bogig gekrümmt, aufsteigend,seltener aufrecht, meist schon in der Mitte oder selbst vom Grunde an in meist einköpfige,ziemlich lange Aeste aufgelöst, selten einfach, zerstreut oder besonders oberwärts dicht kurzdrüsenhaarig (Fig. 224 h) und mit einzelnen längeren, einfachen Haaren besetzt, schlank,meist braunrot. Laubblätter dunkelgrün, zerstreut kurz-drüsig und von einfachen Haarengewimpert; die grundständigen lang gestielt, länglich-elliptisch, stumpflich. Untere Stengel-blätter kürzer gestielt, den grundständigen ähnlich gestaltet; die mittleren und oberenelliptisch bis länglich, etwas spitz, mit verschmälerter Basis sitzend, alle ganzrandig. Köpf-chen bis 20 (28) cm breit, lang gestielt, in einer lockeren 2- bis 5-köpfigen Doldentraube,selten einzeln und endständig. Hüllschuppen lineal-lanzettlich, spitz, aufrecht, reichlich kurzdrüsenhaarig (Fig. 224 f). Scheibenblüten zwitterig, gelb; zwischen den Scheibenblütenund den Zungenblüten engröhrige weibliche Blüten. Strahlblüten schmal-lineal, weisslich,blasslila bis purpurn, die Hülle nur 3 bis 5mm überragend. Früchte 1 mm lang, behaart;Pappus 4 bis 5 mm lang. VII, VIII.

An Felsen, aut Moränen, an steinigen Stellen der Zentralalpen (besonders imsüdlichen Teil von Oesterreich und der Schweiz); von 1300 bis 2300 m. Fehlt inDeutschland. Nur auf Urgestein.

In Oesterreich zerstreut in Tirol (Tösens, Finstermünz, Brenner, Finsterstern bei Sterzing, Taufers,AhrentaL Defereggen, Lienz; Schiern?), Kärnten (Malborghet, Mallnitz, Glocknergebiet), Salzburg (Lungau)und Steiermark (Gottstalgraben am Sekkauer Zinken). In der Schweiz sehr zerstreut, am häufigsten imWallis, in Uri, St. Gallen und im Engadin; fehlt im Berner Oberland.

Allgemeine Verbreitung: Alpenkette von den Seealpen bis Steiermark. Fehltin den nördlichen und grösstenteils auch in den südlichen Kalkalpen.

Aendert wenig ab: f. dübius Chenevard. Pflanze kräftiger. Stengel bis 30cm hoch, in der Trachtdem E. Atticus genähert (Tessin). var. sciäphilus Beauverd. Pflanze + 18 cm hoch, 1-köpfig oder ästig,schwarzviolett. Stengel und Hüllblätter stark drüsig, aber ohne weissliche, steife, drüsenlose Haare. Köpfegross (+ 28 mm im Durchmesser messend). Strahlenblüten rosa-violett. Schattige, felsige Oite im Wallis(Visperterminen, Saastal).

413. Erigeron polymörphus Scop. (= E. alpinus autorum z. T., = E. glabrätus Hoppe,= E. uniflörus L. var. glabrätus Arcang., = Tessenia glabrata Bubani). Kahles Berufs-kraut. Fig. 225 a bis f.

Pflanze (2) 5 bis 30 (40) cm hoch, ausdauernd. Wurzelstock walzenförmig, schief,ein- bis mehrköpfig. Stengel aufrecht, einfach und 1-köpfig oder oberwärts 2- bis 6-köpfig,meist grün, zerstreut behaart bis fast kahl, ohne Drüsenhaare. Laubblätter zerstreut an-liegend behaart bis kahl, am Rande gewimpert, vorn meist mit sehr kurzen Knorpelspitzchen(getrocknet gelblich-grün); die grundständigen länglich, spatelig, in den ziemlich langenStiel allmählich verschmälert, stumpf (Fig. 225 c). Stengelblätter länglich bis lanzettlich,mit verschmälertem Grunde sitzend, ganzrandig. Köpfchen 1,5 bis 2 (3) cm breit, einzelnendständig oder in einer 2- bis 6-köpfigen, lockeren Traube. Hüllschuppen lineal-lanzettlich,aufrecht, spitz, kahl oder spärlich bis ziemlich reichlich angedrückt-rauhhaarig (Fig. 225 d),ohne Drüsenhaare. Scheibenblüten zwitterig, gelb oder rötlich; engröhrige weibliche Blüten

') Benannt nach Joh. Christoph Schleicher, geb. 1768 in Hofgeismar in Hessen-Nassau, gest. 1831in Bex in der Schweiz. Schleicher durchforschte die Schweiz botanisch mit grossem Eifer und gab wertvolleSammlungen getrockneter Schweizer Pflanzen heraus.