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400. Aster Amellus') L. Berg-Sternblume, Vergils Aster. Franz.: Oeil de Christ;engl.: Amellus starwort; ital.: Amello, astro. Taf. 259, Fig. 3, Fig. 216g und h und Fig. 218.
Die Pflanze heisst auf der schwäbischen Alb Rindsaug, im Aargau Hoch-Muet.
Pflanze (10) 20 bis 60 cm hoch. Grundachse kurz, dick, schief-walzenförmig,verzweigt. Stengel aufrecht, steif, oft rot, oberwärts rispig, mehrköpfig, ± kurzhaarig bis
fast kahl, drüsenlos, beblättert. Laubblätterbesonders unterseits steiflich kurzhaarig; dieunteren verkehrt-lanzettlich bis verkehrt-eiförmig, stumpf oder spitz, kurz gestielt, inden Stiel allmählich verschmälert, ganzrandigoder entfernt grob-gezähnt, die oberenlänglich bis lanzettlich, mit verschmälertemGrunde sitzend, spitz, ganzrandig. Köpfchenmehrere bis viele, in einer ebensträussigen,lockeren Traube, 3 bis 5 cm breit. Hüll-schuppen ungleich lang, dachziegelig ange-ordnet, krautig, meist stumpf (Fig. 216 g), ander Spitze grün und etwas abstehend, be-haart; die äusseren spateiförmig, die innerenlänglich und die äusseren weit überragend.Scheibenblüten gelb. Strahlblüten weiblich,blaulila (selten rot oder weiss). Pappus rötlich,länger als die 2 bis 3 mm lange, behaarteFrucht. — VII bis X.
Auf Heidewiesen, an steinigen, buschigenStellen, Bahndämmen, Felsen, Waldrändern,sonnigen Abhängen, in trockenen Wäldern;von der Ebene bis in die Voralpen (in Tirolbis 1420 m) nicht selten. Gern auf sandigemoder kalkhaltigem Untergrund.
In Deutschland durch ganz Süd- und Mittel-deutschland ziemlich verbreitet, mit Vorliebe auf Kalkboden (im Fränkischen Jura und auf der SchwäbischenAlb deshalb verbreitet); im Gebiet der Alpen jedoch nur bei Reichenhall. — Fehlt im nordwestdeutschenFlachlande gänzlich; im nordostdeutschen Flachland zerstreut, besonders im Gebiet der Oder und Weichselnordwärts bis Garz (im Schrei), Schwedt, Krussow unweit Stolpe, Marienwerder, Stuhm, Graudenz, Sackrau,auf den Rüdesdorfer Kalkbergen bei Berlin, bei Magdeburg (zwischen Walbeck und Weferlingen) und (ehemals)bei Oschersleben (im Brandsleber Holz), nicht selten in Posen und im südlichen Ostpreussen (Rastenburg,Rheinsdorf, Mühlensee, Berg Grodzisko, Nikolacken, Lyck, Curwien, Orteisburg, Paterschobensee, Gr. Puppen,Corpellen, lllowo, Grünfliess); in der Lausitz, bei Frankfurt a. O., in Sachsen nur im Plauenschen Grunde beiDresden, in Schlesien nur im Südosten auf dem Luckauer Berge bei Gogolic, auf der Landecke bei Hultschin,Sprentschützer Berge bei Gross-Strelitz, Salzrauer Berge bei Grosstein. Adventiv auch bei Detmold. In O esterreichziemlich veibreitet; in Böhmen jedoch nur im nördlichen Zentralböhmen, in Schlesien einzig bei Zawada und unweitFreistadt, im Alpengebiet in den höheren Tälern, besonders den nördlichen, zumeist fehlend. In der Schweizziemlich verbreitet, doch in den höheren Alpentälern zumeist fehlend, im Wallis nur zwischen Martigny und Sierre.
Allgemeine Verbreitung: Belgien, Luxemburg, Frankreich, Schweiz, Deutsch-land, Oesterreich-Ungarn, Mittel- und Südrussland, Bulgarien, Serbien, Griechenland; West-Sibirien, Kaukasien, Armenien, Anatolien.
Fig. 21S
Aster Amellus L., bei Winterthur (Schweiz),rhot. Dr. G. Hegi.
') Ist die von Vergil (Georg. IV, 271 f) besungene Blume Amellus, die in der Nähe des von Bresciavorbeilaufenden Flusses Melius wächst- „Est etiam flos in pratis, cui nomen amello, Fecere agricolae, facilisquaerentibus herba."