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Tafel 260.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Erigeron Canadensis (pag. 445). Blütenspross.
ii la. Scheibenblüte,
i, 2. Erigeron acer (pag. 437). Habitus.
„ 2a. Frucht mit Pappus.
„ 3. Erigeron alpinus L. (pag. 438). Habitus,
i, 3a. Zungenblüte.
„ 3 b. Scheibenblüte.
„ 3c. Pappus (vergrössert).
Fig. 4. Erigeron unifloms (pag. 442.). Habitus.
„ 4 a. Zungenblüte.
„ 4 b. Scheibenblüte.
„ 5. Filago Germanica (nr. 418). Habitus.
„ 5 a. Röhrenblüte.
„ 6. Filago minima (nr. 421). Habitus.
„ 6a. Hüllblatt.
DCCXXVII. Eupatörium 1 ) L. Wasserdost.
Die Gattung umfasst nahezu 450 Arten, die fast alle in Amerika und zwar im zentralen und südlichentropischen Amerika zu Hause sind; zwei Arten kommen im tropischen Afrika vor, 4 Arten in Europa undAsien, davon in Europa ausser E. cannabinum noch E. Cörsicum Req. auf Sardinien, Korsika und derPyrenäenhalbinsel und E. Sy ri'ao, um Jaub. et Spach auf der Balkanhalbinsel. ■—Adventiv wurde E. purpureumt^. var. maculätum Darl. aus Nordamerika in der Schweiz beobachtet, E. sessilif ölium L. am Neckar beiHeidelberg, E. serötinum Michx. aus Nordamerika bei Ludwigshafen. In Gärten werden gelegentlichE. ageratoides L. aus Nordamerika mit reinweissen Blüten (verwildert bei Nürnberg [1910], Oberammergau undBad Aibling [1906] in Oberbayern), E. incarnätum Walt, aus Nordamerika mit blauen oder hellbläulich-purpurnenBlüten oder E. purpureum L. aus Nordamerika mit weinroten bis fleischfarbenen Blüten kultiviert. Nur fürGewächshäuser eignen sich die strauchigen oder halbstrauchigen E. ripärium C. H.Schultz (ein vorzüglicherWinterblüherl), E. iänthin um Voss (= Hebech'nium ianthinum Hook.) mit hellblauen Blüten, E. atrörubensVoss aus Mexiko mit lilablauen Blüten, E. ligustrfnum DC. aus Mexiko etc. — Alle Eupatorien sind ror-zügliche Schnittblumen.
386. Eupatörium cannabinum 2 ) L. Gemeiner Wasserdost. Franz.: Eupatoire äfeuilles de chanvre, herbe de Sainte Cunegonde, chanvrin, origan de marais; engl.:Waterhemp, thoroughwort, hemp-agrimony, watermandlin, sweet-mandlin; ital.: Canape
aquatica. Taf. 258, Fig. 1 und Fig. 207.
Die Namen Wasserhanf, -dost beziehen sich auf eine äussere Aehnlichkeit unserer Pflanze mitdem Hanf bezw. dem Dost (Origanum vulgare). Nach der hl. Kunigunde, an deren Grab viele Kranke geheiltwurden, heisst die Pflanze wohl mit Beziehung auf ihre (vermeintlichen) Heilkräfte Kunigundenkraut.Andere Bezeichnungen sind noch: Routlafekraut (Baden), Grundheil (Oberharz), Brand-Chrut [gegenbrandige Geschwüre] (Glarus), brune Dosten (Oberharz), Blau wetterkühl (Baden).
Pflanze ausdauernd, 50 bis 150 (175) cm hoch. Wurzelstock walzlich, knotig,schief. Stengel aufrecht, bis zum Blütenstand einfach, kurzhaarig, reich beblättert. Stengel-blätter gegenständig, meist handförmig 3- bis 5-schnittig, mit lanzettlichen, zugespitzten, un-gleich grob gesägten, kahlen oder schwach behaarten Abschnitten. Köpfchen schmal walzlich,klein (5 bis 6 mm lang), 4- bis 6-blütig, zahlreich, einander genähert, gestielt, eine reiche,dichte, schirmförmige Doldentraube bildend. Hüllschuppen wenige, 2- bis 3-reihig, dach-ziegelig, ungleich lang, länglich (Taf. 258, Fig. 1 a), stumpf, schmalhäutig berandet, kahloder die äusseren fein-flaumig. Blüten alle zwitterig, röhrig, 5-zähnig (Taf. 258, Fig. 1 c),schmutzig rosarot bis kupferrot oder fast weisslich. Antheren am Grunde stumpf, an derSpitze mit einem kleinen Konnektivanhängsel, mit am Grunde eingefügten Staubfäden.
') Eigentlich der Name für den Odermennig Agrimönia Eupatöria L. (s. diese Art); genannt nachdem pontischen König Mithridätes Eüpator (132 bis 64 vor Christus), der diese Pflanze gegen Leberleidenanwandte. Wohl wegen seines bitteren Geschmacks wurde der Name auf den Wasserdost übertragen.
2 ) Vom griech.-lateinischen cännabis (vgl. Bd. III, pag. 133); nach der Gestalt und der Aehnlichkeitder Laubblätter mit dem Hanf.
Hegi, Flora. Bd.VI.
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