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D'.e Familie der Kompositen lässt sich unschwer in zwei natürliche Unterfamilien gliedern. A. Tubi-flörae. Blüten röhrenförmig. Randblüten zuweilen zungenförmig oder zweilippig. Gegliederte Milchsaftröhrenfehlend, schizogene Oelgänge vorhanden. B. Ligulif Iörae. Alle Blüten unregelmässig, zungenförmig. Milchsaft-röhren vorhanden. Oelgänge meist fehlend. — Die weitere Gliederung der Familie ist sehr schwierig. DieVerteilungder verschiedenen Blütenformen und Geschlechter in den Köpfchen gibt gar keine Anhaltspunkte, da nicht nuranscheinend nahe verwandte Gattungen in diesem Punkte grosse Verschiedenheiten zeigen, sondern selbstinnerhalb derselben Art diese Verhältnisse nicht immer konstant sind (z. B. Leontopodium), insbesondere aberbei Arten, die normalerweise röhrenförmige Scheiben und zungenförmige Randblüten besitzen, diese letzterenbei einzelnen Individuen oft fehlen. Hauptsächlich werden jetzt als Einteilungsmerkmale die Gestalt desGriffels und der Antheren, die Form des Pappus, das Vorhandensein oder das Fehlen von Spreublättern benützt.Zweifellos ist die Familie eine verhältnismässig junge, die noch in voller Entwicklung begriffen ist. Dafürspricht einmal die grosse Zahl von Formen, dann die zahlreichen Formenkreise, die nach den verschiedenstenRichtungen hin durch Uebergänge miteinander verbunden sind. Nach Bentham und Hooker sowie nachO. Hoffmann (in Engler und Prantl. Die natürlichen Pflanzenfamilien IV. Band, 5. Abt.) gliedern sich unsereeinheimischen und eingebürgerten Kompositen folgendermassen:
I. T üb ulif lörae.
a) Eupatorieae. Alle Blüten eines Köpfchens zwitterig (Köpfchen homogam), röhrenförmig(Taf. 253, Fig. la bis 1 c, 2 a und 2 b), niemals reingelb. Antheren am Grunde stumpf. Staubfäden amGrunde der Antheren eingefügt. Griffel oberhalb der Teilungsstelle ohne Fegehaare (Eupatorium bis Adenostyles).
b) Astereae. Köpfchen homogam oder heterogam. Scheibenblüten röhrig (Taf. 259, Fig. 2a),meist gelb. Randblüten oft zungenförmig (Taf. 259, Fig. 3 b). Antheren am Grunde stumpf. Filamente amGrunde der Antheren eingefügt. Griffel oberhalb der Teilungsstelle ohne Fegehaare (Solidago bis Erigeron).
c) Inuleae. Scheibenblüten röhrig, meist gelb; Randblüten oft zungenförmig (Taf. 262, Fig. 4a).Antheren am Grunde geschwänzt (Taf. 262, Fig. 4 b). Griffel oberhalb der Teilungsstelle ohne Fegehaare(Filago bis Buphthalmum).
d) Heliantheae. Scheibenblüten röhrig, meist gelb oder braun; Randblüten meist zungenförmig.Antheren am Grunde abgerundet. Griffel oberhalb der Teilungsstelle mit einem Kranz längerer Fegehaare.Pappus fehlend, aus Schuppen oder Borsten bestehend oder krönchenförmig. Blütenboden mit Spreublättern.Hüllblätter am Rande nicht trockenhäutig (Ambrosia bis Madia).
e) Anthemideae. Scheibenblüten röhrig, meist gelb oder weiss. Randblüten oft zungenförmig.Antheren am Grunde abgerundet. Griffel oberhalb der Teilungsstelle mit einem Kranz längerer Fegehaare.Pappus fehlend oder aus Schuppen oder Borsten bestehend oder krönchenförmig (Taf. 264, Fig. 6c und 4a).Spreublätter vorhanden oder fehlend. Hüllblätter am Rande trockenhäutig (Anthemis bis Artemisia).
f) Senecioneae. Scheibenblüten röhrig; Randblüten meist zungenförmig. Antheren am Grundestumpf. Griffel oberhalb der Teilungsstelle mit einem Kranz längerer Fegehaare. Pappus aus Haaren be-stehend. Spreublätter meist fehlend (Tussilago bis Senecio).
g) Calenduleae. Scheibenblüten scheinzwitterig, männlich, unfruchtbar, aktinomorph; Randblütenzungenförmig, weiblich. Griffel ungeteilt. Antheren am Grunde zugespitzt. Blütenboden ohne Spreublätter(Calendula).
h) Cynareae. Scheibenblüten röhrenförmig, selten lebhaft gelb; Randblüten 'mitunter vergrössertund unfruchtbar, aber nie zungenförmig. Antheren am Grunde meist geschwänzt. Griffel oberhalb der Teilungs-stelle verdickt oder mit einem Kranz längerer Fegehaare. Blütenboden meist borstig (Echinops bis Carthamus).
II. Ligulifldrae.
i) Cichorieae. Köpfchen homogam. Pappus fehlend oder aus Schuppen oder Borsten (Taf. 273,Fig. 4 c) bestehend (Cichorium bis Arnoseris).
k) Leontodonte ae. Köpfchen homogam. Pappus aus federigen Haaren bestehend (Hypochoerisbis Scorzonera).
1) Crepideae. Köpfchen homogam. Pappus aus einfachen Haaren bestehend (Chondrilla bis Hieracium).
Die Kultur-, Nutz-, Heil- und Zierpflanzen, ebenso die Adventivnora, werden, soweit diese nicht imText Berücksichtigung finden, bei den einzelnen Gattungen bezw. am Schluss der einzelnen Tribus aufgeführt.Das gleiche gilt für die Gallenbildungen. Der Bestimmungsschlüssel für die einzelnen Gattungen der Com-positae befindet sich am Schlüsse der Familie.