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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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zahn. Untere Stengelblätter eilanzettlich bis lanzettlich, beidendig zugespitzt, kurz gestielt,grob gesägt; die folgenden allmählich schmäler lanzettlich, gestielt, die obersten sitzend,lineal. Alle Blattstiele an der Basis borstig gewimpert. Blüten ziemlich lang gestielt, ineiner einfachen, selten am Grunde etwas ästigen, 2- bis 6-blütigen, meist einseitswendigenTraube oder einzeln endständig, seltener etwas rispig, nickend. Blütenknospen in der Regelnickend. |Kelchzipfel lineal-borstlich, 1 /s bis 2 / 5 so ^ &n g Wle die Blumenkrone, aufrecht oderabstehend. Blumenkrone bauchig-glockig, 12 bis 20 mm lang, mit 5 breiten, zugespitztenZipfeln, hellblaulila oder weiss. Antheren höchstens so lang wie die Staubfäden. [Pollenrosenrot. Kapsel kreiseiförmig, nahe dem Grunde mit 3 Löchern sich öffnend. VI bis IX.An Felsen, Mauern, auf Schuttfluren, im Bach- und Flussgeschiebe, auf steinigenMatten der Alpen bis in den Krainer Karst (Ternowaner Wald); von den Tälern bisin die alpine Stufe (im Wallis j[Gornergrat] bis 3000 m, in Graubünden bis 2770 m, inTirol bis 2900 m, in Bayern bis 2430 m, in Steiermark bis 2000 m). Besonders häufig auf Kalk.Ausserdem im Schweizer und Badischen Jura, im Schwarzwald (Feldberg), in den Vogesen(Hohneck) sowie im Badischen Donautal; mit den Flüssen bis weit in die Ebene herabgeführt.

Ausserhalb der Alpenkette: Im Schweizer Jura (fehlt der Lägern), in den Vogesen (Hohneck), imSchwarzwald (vom Feldberg, 1200 bis 1350 m [feuchte Gneisfelsen] abwärts ins Wutach- und Gauchachtalsowie deren Näbentäler bis ca. 450 m hinab; besonders auf Muschelkalkfelsen), auf der Alb (Felsschutt desWeissen Jura vom Donautal bis zum Ermstal, 600 bis 800 m), im Donautal von Tuttlingen bis Sigmaringen,vereinzelt auf der schweizerischen und schwäbisch-bayerischen Hochebene auf Nagelfluhfelsen (aber nicht imSchwemmgebiet der Alpenflüsse). Ausserdem alsSchwemmling" im Flusskies, auf Alluvionen und in denAuen sehr verbreitet (und weit in das alpine Vorland hinabsteigend, ähnlich wie Gypsophila repens, Linariaalpina, Petasites niveus, Hieracium staticifolium etc.): am Rhein mehrfach (Ragaz, Buchs, Montlingen, Dornbirn)bis zur Rheinmündung; am Bodensee beim Schloss Hörn und bei Bodman, am Rhein vom Bodensee abwärtsbis gegen Strassburg, so bei Säckingen 285 m, Rheinfelden, bei Rheinweiler 230 m, Steinenstadt 230 m, Kleinkems235 m, Rheininsel bei Neuenburg 220 m, zwischen Neuenburg und Zienken, Rheinbischofsheim, vorübergehend auchbei Helmlingen und Ottenheim 155 m. In der Schweiz ferner an der Aare (abwärts bis Aarau), im Flusskiesder Thur bis Thurstuden, an der Murg bis Frauenfeld, an der Toess bis Teuffen, an der Reuss, Emme, Rhone(bis Vouvry etc.) auf der Schwäbisch-Bayerischen Hochebene an der Argen, an der Hier (von Aitrach bis Ulm),an der Donau bis Dillingen, an der Wertach bei Kaufbeuren, am Lech bis Rain und Niederschönenfeld naheder Mündung, an der Isar bis Landshut, am Inn bis Simbach, an der Salzach bei Salzburg; im Süden an derDrau bis Lienz, pnit dem Eisak und der Talfer bis Bozen, an der Sarca bis zur Gardaseemündung 70 m(Dr. Hegi).

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Zentralfranzösische Gebirge, Jura, Vo-gesen, Schwarzwald, Alpen, Karpaten, Karst.

Campanula cochleariifolia wird oft mit kleinen Formen von Campanula rotundifolia verwechselt oderselbst nur als Varietät der:letzteren betrachtet. Sie ist jedoch von dieser Art nicht allein durch die Form undFarbe der Blumenkrone und die zur Blütezeit stets zahlreich vorhandenen, am Grunde meist nur wenig herz-förmigen Rosettenblätter, sondern vor allem durch eine ganz andere Behaarung verschieden. Bei Campanulacochleariifolia ist der Stengel wenigstens im unteren Teile mit spärlichen bis zahlreichen abstehenden, weissen,steifen Haaren oder besser gesagt Börstchen besetzt, bei C. rotundifolia hingegen ist der Stengel ringsum sehrkurz samtigflaumig, aber niemals abstehend kurzborstig. Campanula cochleariifolia wurde früher allgemein unterdem viel bezeichnenderen und bekannteren Namen Campanula pusilla in den Florenwerken aufgeführt. Nachdemaber leider der nicht einmal ganz sichere Name C. cochleariifolia in allen neueren Florenwerken Einganggefunden hat, war es aus Gründen einer einheitlichen Nomenklatur nötig, diesen Namen auch in diesem Werkezu akzeptieren.

Campanula cochleariifolia tritt in einer Reihe von für manche Gebiete sehr charakteristischen, aberdennoch nur schwer auseinander zu haltenden Formen auf und ändert überdies hinsichtlich der Wuchsformund des Grades der Behaarung ab. Die wichtigsten Formen und Varietäten sind: f. umbrösa Hofm. Stengelverlängert, oft niederliegend, reich beblättert, mit relativ breiten Laubblättern. Blumenkrone klein, weitglockig.Kelchzipfel kurz, aufrecht (An feuchten, schattigen Orten). Hieher vermutlich auch f. densa Gsaller.f. descensa Beck. Der vorigen ähnlich; doch die Kelchzipfel fast doppelt solang als die Kelchröhre, halb solang als die Krone, zurückgeschlagen. f. pubescens (Schmidt) Koch. Stengel und mitunter auch die