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Stammt aus Nordamerika und wird in Mitteleuropa gelegentlich zur Verkleidungvon Zäunen und Lauben kultiviert. Aus diesem Grunde findet sich die Pflanze vielerortsteils aus Kulturen verwildert, teils als Früchte durch Wolle eingeschleppt adventiv anZäunen, auf Schuttplätzen etc., stellenweise sogar völlig eingebürgert.
Wurde z. B. beobachtet in Bayern (früher Südbahnhof von München, Pasing, Nürnberg, Eschenaubei Erlangen und Tüchersfeld), in der Pfalz (zwischen Dürkheim und Friedeisheim), bei Bodenwerber inHannover, bei Magdeburg (bereits 1835), Jena, Weimar (zwischen Tröbsdorf und Hopfgarten, Greussen), Magde-burg, mehrfach in Brandenburg, in Schlesien (Ober-Herzogewaldau, Nikolai-Stadtgraben vor Breslau, Nimkau,Görlitz), in Mecklenburg, bei Nienberg a. W., Hamburg, Geestemünde (seit 1899), ferner in Niederösterreich(Mautern, Baden, Weikersdorf), bei Salzburg, in Steiermark (Pernegg, Graz), Kärnten (Klagenfurt, Völkermarkt,Obervellach, Arnoldstein, Weidmannsdorf), Tirol (Ambras bei Innsbruck, Brixen [Hofgarten], Borgo, Soravigo,im Val Sugana).
128. Fam. Campanilläceae. Glockenblumengewächse.
Ein- oder mehrjährige, meist milchsaftführende Kräuter, Halbsträucher, seltener auchSträucher oder Bäume, mit ungeteilten oder gelappten, meist Wechsel-, seltener gegen-ständigen Laubblättern. Nebenblätter fehlend. Blüten einzeln, endständig oder zu traubigen,ährigen, rispigen oder köpfchenförmigen Blütenständen vereinigt, fast stets zwitterig, regel-mässig, strahlig, gestielt oder sitzend. Kelch oberständig, in der Regel aus 5, meist freienBlättern gebildet; zuweilen ,mit Anhängseln (Fig. 1 77d, i). Blumenkrone 5-blätterig (selten 3- bis10-blätterig), mit fast stets in eine ± vollständig in eine Röhre verwachsenen Abschnitten, oftglockig, aber auch röhrig oder trichterig. Staubblätter ebenso viele als Blumenkronabschnitte(Fig. 176 e), gewöhnlich am Grunde derselben eingefügt, seltener mit derselben teilweise ver-wachsen, untereinander frei oder die Antheren mit einander zu einer Röhre verklebt. Antherennach innen sich öffnend. Fruchtknoten in der Regel 3-blätterig, unterständig oder halb ober-ständig, sehr selten oberständig (Cyanänthus in Asien), meist 2- bis 5-fächerig (Taf. 257, Fig. 1 cund 5b; Fig. 177f,rn), selten 6- bis 10-fächerig, sehr selten durch Schwinden der Scheidewände1-fächerig. Samenknospen meist zahlreich auf zentral winkelständigen, selten parietalen Samen-leisten. Griffel stets 1, oberwärts oft mit Sammelhaaren (Fig. 180 c, d) besetzt, mit fadenförmiger(Taf. 256, Fig. 5a) oder gelappter, selten kopfiger oder keulenförmiger (Taf. 255, Fig. 3a)Narbe. Frucht eine sehr verschiedenartig aufspringende Kapsel, selten eine Beere. Samenmeist klein, mit häutiger oder lederiger Schale (Taf. 257, Fig. 2c und 2d; Fig. 177g).Keimling gerade, in fleischigem Nährgewebe. Fast in allen Organen sind gegliederteMilchsaftröhren entwickelt.
Die Familie enthält gegen 600 Arten, die sich auf etwa 40 Gattungen verteilen. Die Campanulaceensind zum grossen Teil Gebirgspflanzen und hauptsächlich in den gemässigfen Gebieten der nördlichen Halb-kugel verbreitet. Eine grössere Zahl von Gattungen, mit z.T. eigenartigen Formen ist auch im Kapland (Roella,Prismatocärpus, Treichelia etc.) zu Hause. Die artenreichsten Gattungen sind Campanula, Phyteuma undWahlenbergia. Die übrigen Genera enthalten mit Ausnahme der südafrikanischen Cyphia nicht mehr als10 Arten. Besonders interessante Typen kommen auf den Kanarischen Inseln und Azoren vor, z.B. CampanulaVidälii Wats. (erinnert in der Tracht an ein strauchiges Sempervivum), Müschia Wollastöni Lowe. Als Nutz-pflanzen haben die Campanulaceen fast keine Bedeutung. Die fleischigen Wurzeln verschiedener Campanula-,Phyteuma- und Cyphia-Arten (z. B. C. glanduh'fera Höchst, in Abessinien) sowie die Beeren von CanarinaCampanula Lara, auf den Kanaren werden gegessen. Einige Arten haben früher auch zu Heilzwecken gedient.— Die Campanulaceen sind, worauf schon die intensiv gefärbten und zuweilen sehr stattlichen Blüten schliessenlassen, ausgesprochene Insektenblütler und sind in besonderer Weise der Fremdbestäubung angepasst. Aehnlichden Kompositen sind sie ausgesprochen proterandrisch. Der Pollen wird bereits vor dem Oeffnen der Blüteauf dem Griffel abgelagert. Auf demselben wird er durch „Sammelhaare" (diese finden sich zuweilen auchauf den äussern Seiten der noch geschlossenen Narbenlappen vor) oder aber (Wahlenbergia) durch eine klebrigeFlüssigkeit festgehalten. Die Antheren verwelken nach dem Aufblühen oder werden abgeworfen. Bei aus-bleibender Fremdbestäubung krümmen sich die Narben zuweilen soweit zurück, dass sie mit einem etwaigenRest des Pollens in Berührung kommen. Bei hängenden Blüten kann der Pollen auch direkt auf die zurück-