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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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beblättert. Stengel einfach oder in verlängerte Aeste geteilt, unten kahl, oben weichhaarig, bis über die Mittebeblättert, mit 5 bis 10 Blattpaaren. Laubblätter beiderseits reichlich anliegend weichhaarig und gewimpert;die unteren ungeteilt oder leierförmig, die folgenden fiederspaltig mit länglich-eiförmigem, gekerbtem End- undSeitenlappen, die obersten doppelt bis dreifach fiederteilig. Köpfchen bis 2 cm breit. Blüten rotlila. Kelchborsten3 bis 4 mal länger als der Aussenkelch (Bisher nur in Steiermark bei Gösting nächst Graz beobachtet).

Scabiosa lucida gilt als gute Futterpflanze. Sie ist in den Alpen auf Kalkboden fast in allen Höhen-lagen verbreitet und tritt auch nicht selten auf den Schutthalden der Täler mit Silene alpina, Biscutella levigata,Hieracium bupleuroides etc. auf, ist aber auch an Waldrändern sowie auf Gebirgswiesen nicht selten anzutreffen.

314. Scabiosa Columbäria 1 ) L. Gemeines Krätzkraut. Franz.: Scabieuse, bonnetbleu; engl.: Scabious; ital.: Scabiosa rustia. Taf. 254, Fig. 4 und Fig. 167-

Die Pflanze teilt ihre Namen häufig mit der verwandten Acker-Skabiose (vgl. pag. 292). Zu demBüchernamen Krätzkraut, Grindkraut vgl. pag. 303, Anm. 1. Im Volke heisst die Art Trummstock(plattdeutsch), Hosenknopf (Steiermark), Pferde-, Taubenaugen (Schlesien), Nallekösse [= Nadel-kissen], Pferdeblumen [Gotha], Kutzblueme (Churfirstengebiet), Sammete Hühnli (Unterfranken),Bisemblueme (Aargau), Feldgeorgine (Unterfranken).

Zwei- bis mehrjährig, (10) 20 bis 80 cm hoch.Wurzel spindelförmig, einen blühenden Stengel unddaneben oft sitzende Blattrosetten treibend. Stengelaufrecht, + kraus-weichhaarig bis fast kahl, unteroder über der Mitte in ein- oder wenigköpfige Aestegeteilt, seltener einfach. Blätter + kraushaarig bis fastkahl; die untersten leierförmig-fiederlappig mit gros-sem, eiförmigem, ringsum gekerbtem Endabschnitt,die folgenden allmählich tiefer geteilt, einfach bisdreifach fiederspaltig oder teilig. Köpfchenstieleweich angedrückt kraus-flaumig. Köpfchen 1,5 bis3,5 cm breit, 70 bis 80 Blüten enthaltend. Hüll-blätter lanzettlich bis lineal- lanzettlich, flaumig,kürzer oder so lang wie die Blüten. Blüten anfangsrötlich, später bläulichlila, sehr selten weiss; dierandständigen grösser und strahlend. Früchte 3 mmlang, tief 8-furchig, behaart (Taf. 254, Fig. 4d).Saum des Aussenkelches 1,5 mm breit. Kelchborsten2 bis 4 mal so lang oder fehlend, nicht gekielt. VII bis XI.

Häufig auf trockenen Wiesen, Grasplätzen, an buschigen, sonnigen Stellen, Wald-rändern, Bahndämmen, felsigen Abhängen, auf trockenen Flachmooren; von der Ebene bisin die Voralpen (in Bayern bis 1510 m, im Engadin bis 1600 m) ziemlich verbreitet. In dernordwestdeutschen Ebene seltener und in Ostfriesland ganz fehlend; fehlt ferner grössten-teils im Verbreitungsgebiet der S. ochroleuca sowie in den höheren Alpentälern.

Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa (mit Ausschluss des arktischen Ge-bietes und von Irland, in Oesterreich seltener, nördlich bis Südskandinavien); Nordwestafrika;Pontus, Kaukasus und Transkaukasien. Nahestehende Formen in Afrika (vom Nilgebietdurch Abessinien bis zum Kapland; in Abessinien bis 3600 m, am Kilimandscharo bis4800 m hinaufsteigend).

Scabiosa Columbäria ist eine äusserst veränderliche Pflanze, die besonders in West- und Südeuropain eine Unzahl von Formen zerfällt, die erst einer eingehenden monographischen Bearbeitung bedürfen. Diemitteleuropäischen Formen gliedern sich etwa folgendermassen: 1. subsp. Gratmintia (L.) Hayek. Stengelunten oder über der Mitte in lange, einköpfige, seltener wiederholt geteilte Aeste geteilt, selten einfach. Grund-blätter leierförmig-fiederlappig mit gekerbten Abschnitten. Die unteren und mittleren Stengelblätter doppelt

M Vom lat. colümba = Taube; wohl wegen der Blütenfarbe.

Fig-, 167.

Scabiosa Columbäria L., auf steinigemBoden, l'hot. V. Z ün d, München.